Familie mit Kindern
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5 plus 1 Dinge, die das Elternsein so wunderbar machen

Mutter und Kind

Foto: Unsplash/Jenn Richardson

Ja, natürlich: Wir sind müde. So müde, wie wir es uns nie vorstellen konnten, als wir noch keine Kinder hatten und dachten, diese Müdigkeit nach einer durchfeierten Nacht wäre die größte Müdigkeit, die es auf der Welt gibt. Wir können die Dialoge bei „Bibi und Tina“ mitsprechen, haben aber immer noch nicht gesehen, wofür Leonardo DiCaprio nun endlich doch noch den Oscar bekommen hat. Und nach 48 Stunden Magen-Darm-Virus bei allen anwesenden Familienmitgliedern und letztendlich auch bei uns selbst wissen wir, was Elton John meinte, als er „I’m still standing“ sang. Manchmal droht die Gefahr, das Schöne in diesem Chaos namens Familie zu vergessen, deshalb kommen hier zur Erinnerung sechs Gründe, die das Elternsein so wunderbar machen:

Wieso? Weshalb? Warum?

Ist es nicht großartig, wie viele Dinge wir durch Kinder (wieder) lernen? Natürlich hatten wir damals auch alle Heimat- und Sachunterricht, aber ganz ehrlich: Wie viel ist davon hängen geblieben? Als Eltern ist man gezwungen, seine Nachmittage in Aquarien und Museen verbringen und noch mal genau nachzulesen, wie sich das mit dem Wetter und Ebbe und Flut so verhält, und kann sonntags morgens „Löwenzahn“ gucken – wach ist man um diese Zeit ja ohnehin.

Es schwimmt auf dem Nil, es schwimmt auf dem Nil …

Singen! Kennt Ihr Erwachsene, die keine Kinder haben und viel singen? Vermutlich nicht. Ab dem Krabbelgruppenalter lernt man regelmäßig neue Lieder, die einem über Jahre hinweg nicht aus dem Kopf gehen – gut so! Denn Singen hebt die Laune, das ist wie wir alle wissen wissenschaftlich bewiesen.

Was machen wir heute?

Kennt Ihr diese Tage, an denen man zu nichts wirklich Lust hat, das Fernsehprogramm öde ist, keiner der Freunde Zeit hat und sich tödliche Langeweile ausbreitet? Wahrscheinlich nicht, denn wir sind Eltern! Kinder sind der Langeweile-Killer Nr. 1. Das Wort „Langeweile“ existiert in unserem Wortschatz nicht mehr, denn mit Kindern gibt es immer etwas zu tun. Wenn sie einmal nicht da sind, gibt es erst recht etwas zu tun. Und sollte es einmal tatsächlich nichts mehr zu tun geben, dann können wir zumindest endlich schlafen.

Spielplatzbräune

Punkt 4 hängt ein wenig mit Punkt 3 zusammen, denn mit Kindern ist es wie mit Hunden: Man muss ständig rausgehen. Bei Wind und Wetter, bei Sturm und Regen, aber eben auch bei Sonnenschein. Deshalb sind wir die ersten, denen die Frühlingssonne rosige Wangen zaubert und die letzten, die noch Ende Oktober frisch aussehen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Dieser Text wurde in einem Jahr geschrieben, in dem Donald Trump als Präsident kandidiert, die täglichen Bilder aus Syrien immer grauenhafter werden und – als hätte niemand aus der Vergangenheit gelernt – wieder Flüchtlingsunterkünfte brennen. Gleichzeitig stehen wir einem erschreckend hohen Desinteresse an Politik gegenüber. Dieses Jahr ist so furchtbar, dass schmelzende Polkappen oder Plastikflaschen gar kein Thema mehr sind. Man könnte kapitulieren vor diesem riesigen Chaos in der Welt, vor den Bedrohungen, die aus so vielen Richtungen auf uns zukommen. Doch wer auf seine schlafenden Kinder blickt, in dem keimt die Hoffnung auf, dass doch noch nicht alles verloren ist. Und der unbedingte Wille, ihnen eine Welt zu hinterlassen, in der sie fröhlich und gesund leben können.

Es ist die ganz, ganz große Liebe

Seien wir mal ehrlich: Die Punkte 1 bis 5 können wir eigentlich vergessen. Denn was ist wohl das Wunderbarste am Elternsein? Dieses riesige Gefühl, das sich in uns ausbreitet, sobald wir unsere Kinder zum ersten Mal in den Armen halten. Und das ebenso riesengroße Gefühl, das wir zurückbekommen. Es ist die ganz, ganz große Liebe – das, wofür es sich immer wieder lohnt aufzustehen, ganz egal, wie müde wir sind.

Dieser Beitrag erschien in der Ausgabe „#4 Freaks & Geeks“ des No Robots Magazines. Lies hier kostenlos das komplette Magazin!

 

Julia

Julia, *1980, schreibt sonst fröhlich-subjektiv auf juliliest.net, dem Blogazine für Familien, die gerne lesen. Im wahren Leben Literaturwissenschaftlerin - also alles und nichts. 
In Kategorie: Beiträge, Leben & Familie

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Julia, *1980, schreibt sonst fröhlich-subjektiv auf juliliest.net, dem Blogazine für Familien, die gerne lesen. Im wahren Leben Literaturwissenschaftlerin - also alles und nichts. 

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