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Auf Reisen: Rethymno auf Kreta

Wie euch vielleicht (hoffentlich!) aufgefallen ist, war ich letzte Woche im Urlaub (vielen Dank an dieser Stelle noch mal an meine Vertretungen Steffi, *thea und Sabine!). Ich habe in der letzten Woche die Sonne auf Kreta genossen. Und daran möchte ich auch in nächster Zeit teilhaben lassen!

Urlaub wird bei uns alljährlich gefühlte zwei Wochen vor Reisebeginn geplant. Ich möchte eigentlich immer nur in den Norden, der Mann lieber in die Sonne (was im Oktober auch mehr Sinn macht). Dieses Jahr fiel Wahl nach Ausschlussverfahren (Direktflug? Kosten?) auf Kreta. Ich habe schon einige Länder Europas gesehen, war aber noch nie in Griechenland. Also war ich ziemlich gespannt.
Als Aufenthaltsort wählten wir das Städtchen Ρέθυμνο (sprich: Rethymno, mit englischem th) in der Mitte der Nordküste. Rethymno hat etwa 55.000 Einwohner, eine wunderschöne Altstadt, Strand und – typisch Urlaubsinsel – jede Menge Touristen.
Tagsüber sind wir meisten mit unserem geliehenen Fiat Panda (dem neuen, obwohl man von den alten auf Kreta auch noch echt viele sieht) in die Berge gefahren. Aber abends haben wir uns in das Gewirr der Gassen von Rethymno geworfen.

Auf Reisen: Rethymno auf Kreta

Wir lieben verwinkelte, enge, chaotische Alstädte. Und genau so ist Rethymno. Man wirft sich einfach ins Getümmel, geht mal links, mal rechts und kommt jedes Mal woanders raus. Vielleicht am Hafen oder am Meer. Oder an diesem schönen Platz an der Kirche, wo gerade das alte Minarett von der Moschee wieder aufgebaut wird. Oder man flaniert einfach durch die Einkaufsgassen, wo es ziemlich viel zu sehen gibt.

Alternativ kann man auch zum Fortezza am Rand der Altstadt gehen, durch die Ruinen schlendern (kostet allerdings ein bisschen Eintritt) und von dort raus aufs Meer schauen.

Auf Reisen: Rethymno auf Kreta

Oder man geht an der Küste entlang. Die rauen Felsen eignen sich weniger für lange Wanderungen, sind aber definitiv einen Besuch wert.

Auf Reisen: Rethymno auf Kreta

Lohnenswert ist auch ein nächtlicher Spaziergang um das Fort herum, mit Blick auf die Lichter der Stadt oder dem Mond über dem Fort.

Auf Reisen: Rethymno auf Kreta Auf Reisen: Rethymno auf Kreta

Rethymno ist aber nicht nur eine Sehenswürdigkeit für sich! Als Touri-Magnet ist es auch eine wunderbare Sozialstudie. Selbst in der Nebensaison ist die Stadt voller Menschen jedem Couleurs. Im Sommer muss es die Hölle sein (auch wettertechnisch würde ich davon eher Abstand nehmen: Jetzt war das Wetter genau richtig). In unserem Hotel waren vor allem Rentner – deutsche, englische und erstaunlich viele Skandinavier. Oder Party-Mäuschen, die morgens in Hotpants das Frühstücksbuffet fotografieren. Aber auch unter Rentnern kann es mal passieren, dass eher temperamentvolle Nachbarn mitten in der Nacht eine Party starten. Während andere zum Balkon gegenüber brüllen, dass man doch bitte mal leise sein mag („The English don’t rule the world anymore!!“).
Auch Strandtourismus ist äußerst interessant. Unglaublich, wie viel Menschen den lieben langen Tag einfach nichts tun können, wo mir ein Tag mit Lesen und Planschen schon vollkommen gereicht hat. Ich gucke mir gerne Ausgrabungen an, andere lassen lieber die Brüste baumeln, zünden sich eine Zigarre an oder lassen sich von den asiatischen Massagedamen massieren.

DO in Rethymno

  • Sich in Altstadtgässchen verlieren!
  • Bei Hari’s (10/22 Messologiou) entweder super leckere Crêpes oder tolle Pizza essen! (Übrigens soll man laut „Marco Polo“ kein Trinkgeld geben. Das war uns allerdings unangenehm. Ich weiß nicht, ob das vielleicht der Grund war, warum wir bei Hari’s wie alte Freunde begrüßt wurden, wenn wir an einem anderen Abend noch einmal wiederkamen …)
  • Im Lemon Tree Garden (100 Ethniki Antistaseos) essen. Wunderhübsches, tradionelles Restaurant am Rand des Kirchplatzes. Erstens: super lecker (auch vegetarisch!). Zweitens: super gemütlich unter Zitronen- und Granatapfelbäumen. Drittens: Manchmal kann man von dort aus zusehen, wie die orthodoxen Priester flanieren, was ich total spannend fand.
  • Nach dem Essen im Playroom (11 Mesologgiou) ein Gesellschaftsspiel spielen. Viele Spiele sind zwar auf Griechisch, aber wenn man nur verwirrt genug rumsteht, erklären die Mitarbeiter einem ein Kartenspiel. Die Preise habe ich  nicht ganz verstanden, aber auf Kreta war eigentlich nichts wirklich teuer.
  • Bei Gong (295 Arcadiou) coole Vintage-Kleider oder lustige T-Shirts kaufen. (Wir nahmen Shirts mit Hulk (ich) und Kaffeetassen (der Mann)).

DON’T in Rethymno

  • Durch den Venezianischen Hafen gehen, wenn man kein Interesse am Besuch eines Fischrestaurants hat. Da wird man nämlich echt belagert. Das ist ziemlich anstrengend.
  • Nachts die Fenster auflassen. Nach drei Nächten war ich von oben bis unten mit Mückenstichen übersäht. Dafür bin ich jetzt Profi im Mücken mit dem Glas fangen.
  • Gemütliche Matratzen erwarten. Autsch. Oder Matratzen für Menschen über 1,70 m … Oder Duschen für Menschen über 1,70 m …

Auf Reisen: Rethymno auf Kreta

Und das nächste Mal gibt es einen Bericht über die kretischen Berge!

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 31 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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3 Kommentare

  1. wir waren ja nur zwei abende dort, und das flanieren in den Gässchen fand ich auch so schön da! Außerdem hatten die Touri Läden ganz coole Espandrillos im Angebot und ich ärgere mich immer noch ein bisschen, dass ich keine mitgenommen hab. Im Hochsommer wars tatsächlich nur Abends angenehm, dann aber beim Bierchen draußen sitzen und flanieren, so schön!

  2. Fernwehalarm, da war ich nämlich auch schon zweimal. Kreta ist mit Abstand meine griechische Lieblingsinsel und Rethymno hab ich genauso malerisch in Erinnerung, wie du es beschrieben hast. Ich hab im Hochsommer dort Urlaub gemacht, also war hitzetechnisch nicht viel anderes möglich als einfach nur am Strand rumzupimmeln. In der Nebensaison lässt sich die Gegend wahrscheinlich entspannter und mit wenigstens etwas mehr Ruhe erkunden 🙂 Die aufdringlichen Restaurantkundenfänger haste aber überall in Touristengegenden – das kenn ich (leider) auch von anderen Ecken in Griechenland, Spanien und Italien.

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