Bloggerwelt: Schreib uns einen Kommentar … oder, nö, doch nicht

Kennt ihr meine Freundin Steffi von literaturschaf.de? Sie hat letzten Herbst schon mal ein wirklich nerviges Thema angesprochen: Kommentierfunktionen (> klick). Damals habe ich über das Thema noch nicht weiter nachgedacht. Aber jetzt weiß ich, was sie meint.

Die Blogger-Welt ist eine große, fröhliche Familie. Alle haben sich lieb. Alle freuen sich, wenn jemand zu Besuch kommt. Und alle halten gerne ein Pläuschen mit den Nachbarn. So scheint es.
Tatsächlich sind Kommentare wohl die zweitwichtigste Sache im Blogmarketing (aus meiner Sicht nach Bloglovin), die ein Blogger nutzen kann. Wer kennt uns schon, wenn wir gerade erst neu unsere kleinen Fingerchen aus dem Netz gestreckt haben? Niemand. Meistens jedenfalls. Also besuchen wir andere und lassen unsere Visitenkarte da: „Guck mal, ich bin neu geboren! Ich feue mich, dass es dich gibt. Vielleicht kommst du mich ja mal besuchen?“ Auf der anderen Seite wiederum freut sich jeder, wenn ihm ein paar nette Worte dagelassen werden.
Klar bloggen die meisten von uns in erster Linie für sich selbst. Weil’s Spaß macht. Aber, ganz ehrlich, ein bisschen einsam ist das schon. Wir alle wollen Leser haben. Und es ist schön zu sehen, dass diese Leser nicht ganz unsichtbar sind.
Doch anscheinend täusche ich mich da. Denn anscheinend ist diese große Sippe in viele kleine Familenbanden aufgeteilt. Klar, sie heißen WordPress oder Blogspot oder sonstwie mit Nachnamen. Sie sind eng miteinander verwandt. Sie sollten dicke miteinander sein. Aber manche sind es scheinbar nicht. Immer wieder trifft man auch auf Blogger, bei denen man nur mit bestimmten Profilen anstatt einfach mit seinem Namen kommentieren kann: Google, AIM, WordPress(.com!), etc. etc.
Bloggerwelt: Schreib uns einen Kommentar ... oder, nö, doch nicht
Oder bei Disqus: Facebook, Twitter, etc.
Bloggerwelt: Schreib uns einen Kommentar ... oder, nö, doch nicht
Mein Google-Konto ist privat. AIM habe ich nicht. Mein WordPress-Konto führt auf meinen alten Blog, den ich stillgelegt habe. Und mein Facebook-Profil ist mir häufig auch zu privat, um es öffentlich zu nutzen. Kommentieren: unmöglich.
Warum machen Blogger das?
Ein Argument, das mir einfällt, wäre, dass sie nicht möchten, dass andere Blogger auf ihren Seiten Werbung für sich machen. Denn das machen wir natürlich mit Name/URL. Irgendwie verständlich? Vielleicht?
Wie ich eben schon beschrieben habe, ist das Kommentieren von anderen Blogs natürlich ein wichtiges Marketinginstrument. Aber trotzdem: Ich kommentiere nur Artikel, zu denen ich auch etwas sagen will. Und ich denke, das tun die meisten. Anders wäre es ja auch viel zu anstrengend.
Wenn ich auf Seiten nicht kommentieren darf, fühle ich mich, als wenn ich vor einer geschlossenen Haustür stehengelassen werde. „Du darfst hier nicht rein!“ Oder eben: „Okay, du darfst mal reinschauen. Aber ich möchte auf gar keinen Fall zu dir. Von dir möchte ich nichts wissen.“
Familien können schwierig sein. Da gibt es Geklingel und Geklöngel, der kann mit diesem nicht und der mit jenem. Am besten lädt man die ganze Bande gar nicht erst zu sich ein.
So scheinen manche Blogger das auch zu sehen.
Schade irgendwie.

Wie geht es euch damit? Habt ihr vielleicht sogar die „Name/URL“-Funktion ausgeschaltet? Udn wenn ja, warum?

P.S.: Falls ihr in den letzten Tagen versucht habt, bei mir zu kommentieren und jetzt sagt: „Bei dir geht’s ja auch nicht!“ Stimmt. Fast. Ich’s repariert, jetzt sollte es wieder laufen.

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 33 Jahre alt und lebt mit Mann und zwei Kindern in München.

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