Blognostalgie
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Blognostalgie – Ein Anfang ist ein Anfang ist ein Anfang

Auch wenn es sich gerade wie Frühling anfühlt: Es ist Herbst, das Jahr ist schon wieder fast zuende. Das ist typischerweise die Zeit, in der man etwas nostalgisch wird, über Anfänge und letzte Male, Umbrüche und neue Wege grübelt. So hat auch Sabine von Fadenvogel ein bisschen über ihre Blog-Vergangenheit nachgedacht und mich gefragt, wie es denn bei mir so war. Gab’s ein Blog vor dem Blog? Ja. Sogar vier.

Privates Tagebuch? Öffentliches Tagebuch? Blogozin? Ein Blog kann so vieles sein. Und ich habe jede Art schon durch, bis ich das Gefühl hatte, dass ich im richtigen digitalen Zuhause angekommen bin. Zumindest vorerst.
Angefangen hat alles eigentlich schon vor beinahe zehn Jahren. Vielleicht sogar noch länger, denn schon als Teenager hatte ich eine kleine Webseite mit irgendwelchem Zeug, was Teenager halt so mit der Welt teilen wollen – dank rudimentärer HTML-Kenntnisse aus dem Informatik-Unterricht im zehnten Schuljahr. Dann gab es einen privaten Blog, in dem ich über mein eher uninteressantes Leben berichtete. In erster Linie wohl zur Bespaßung meines damaligen Freundes in Fernbeziehung. Abgelöst wurde diese Seite von meinem Erasmus-Tagebuch aus Schweden. Beide Seiten sind im großen weiten Netz verschollen (oder hoffentlich gelöscht).
Dann ging das Studium und es kam die Arbeitswelt. Meine ersten Erfahrungen machte ich im Print-Journalismus. Studienbegleitendes Praktikum bei einer regionalen Tageszeitung. Langzeitpraktikum bei einer überregionalen Jugendzeitung – wo ich ziemlich bald auch im Online-Team mit eingespannt wurde. Und da habe ich Blut geleckt, sozusagen. Print ist super – ein tolles Gefühl, sein eigenes Werk in den Händen zu halten. Aber Print ist auch langsam. Teilweise dauert die Produktion Wochen und bis es endlich gedruckt ist, hat man schon wieder vergessen, woran man eigentlich gearbeitet hat. Ganz anders funktioniert das wunderbare Internet: Du hast eine Idee, du setzt dich hin und schon ist sie veröffentlicht. Und wenn du doch noch mal etwas ändern möchtest, dann machst du das eben. Es ist ja nicht auf Stein gemeißelt. Oder auf Papier gedruckt.
Aber natürlich hat man als Angestellte einer Redaktion trotzdem nicht die Freiheit, darüber zu schreiben, was einem gerade in den Fingern juckt. Ich wollte mein eigenes Online-Magazin.
Nur wie?
Screenshot vom Blog Colin. the happy robotErleuchtung brachte das Volontariat, als ich zum einen eine Fortbildung über WordPress besuchte und zum anderen den Blog meiner Freundin Steffi entdeckte (der aktuell leider auf Eis liegt).
Kostenlos! Eigene Gestaltungsmöglichkeiten! Und so einfach!
Gleichzeitig fing ich auch an, dem schönen Hobby der Fotografie nachzugehen. Und ich fand es langweilig, meine Bilder einfach auf dem Rechner versauern zu lassen. So entstand colin. the happy robot.
Aber auch das hat nicht gereicht. Denn, ehrlich gesagt: Ich bin auch nicht die allerbeste Fotografin. Oder zumindest nicht die ambitionierteste. Mein Metier ist das Wort, nicht das Bild. Der kleine Colin hat nicht gereicht. Es folgte ein kleiner Versuch als Anti-Küchenbloggerin. Aber auch das fühlte sich nicht richtig an. Und füllte sich nicht richtig.
Und immer noch war da dieser Wunsch, mein eigenes Magazin zu haben. Der Traum war eine offene Redaktion im Stil des Rookiemags – über Themen fernab von dem üblichen Chichi der Magazinwelt. Gefehlt haben mir allerdings die Mitstreiter. Und sie fehlen noch.
Warten auf den richtigen Moment? Das kann ja ewig dauern! Der Wunsch nach meinem eigenen Reich und beruflicher Veränderung war stärker.
„Einfach mal machen“ war der neue Plan. Mal gucken, wie es sich entwickelt. Und jetzt richtig. Mit eigener URL und richtigem WordPress und Design und so.
Und so startete im Mai 2014 das No Robots Magazine – halb als Hobby, halb als berufliches Portfolio, mittlerweile auch mit dem ein oder anderen Kooperationspartner (zum Beispiel könnt ihr hier gerade Gutscheine für Kunstdrucke von Formart – Zeit für Schönes gewinnen!) und selbst programmiertem Theme. Auch wenn gerade alles etwas langsamer läuft – aber ich bin ja auch in Elternzeit.
Und eines Tages finde ich vielleicht auch Partners in Crime für das nächste Projekt.

Titelbild: Pixabay

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 31 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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2 Kommentare

  1. Finde ich total mutig, dass du die einzelnen Blogversuche nicht einfach immer wieder abgewandelt hast, sondern jedes Mal gecancelt hast und neu gestartet bist. So – ganz oder gar nicht. immer in die Vollen. Der Anti-Küchen-blog ist eigentlich eine super Idee, aber wie immer bei den eingeschränkten Themen schwierig alleine durchzuziehen. Dafür braucht man wohl einfach einen Stab von Menschen oder totale Besessenheit. Einen reinen Nähblog zu füllen braucht ja auch die totale Besessenheit. Da musst du einfach ständig nähen müssen oder DIY-Sachen machen. Ok, dass ist für einige Leute bestimmt möglich, aber auch manchmal schwierig. Ich wollte auch mehr, aber habe mein Profil nicht geändert deswegen. Ich wünsche deinem Magazin auf alle Fälle viel Zulauf in den nächsten Jahren und unterstütze dich gerne (weiterhin) dabei. Wenn ich mal keinen Bock mehr auf den Fadenvogel habe, dann schreibe ich einfach immer mal wieder bei dir mit. Ich glaube nämlich, dass du noch sehr sehr lange im Netz vertreten sein wirst….

    • Mutig oder inkonsequent, weil ich immer wieder aufgebe und neu anfange. 😉 Aber Blogs auf WordPress.com sind halt auch nur so halbgar, weil man nicht so richtig viel damit machen kann.
      Deine Texte sind immer willkommen! Und ich hoffe auch, dass ich noch eine Weile da sein werde. 🙂

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