Yoga - über die neue Positivity
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Die Sache mit der Positivity

Sie schreien: “Positivity!”
Sie schreien: “Liebe dich bis in die Zehen!”
Sie schreien: “Glaube an dich!”

Und ich schreie zurück: “Und was, wenn nicht?”
Ich habe das Recht, meinen Körper nicht zu lieben.
Ich habe das Recht, unglücklich zu sein, unzufrieden.
Ich habe das Recht, zu hadern, zu zweifeln.
Ich habe das Recht, eine Veränderung zu wollen.

Wo kämen wir denn da hin, wenn alle von Geburt an bis ins Greisenalter sich lieben würden bis in die Zehen und stets an sich glauben?
Wenn wir nicht mehr zweifeln, nicht mehr hadern, nicht mehr nach anderem suchen?
Uns nicht mehr voran treiben, mit Joggingschuhen durch den Park oder durch dicke Bücher? Uns nicht mehr voran treiben durch die Fremde, durch Fehler, Umwege und Sackgassen?
Wo kämen wir denn da hin?

Nirgendwo kämen wir hin. Wir würden im Kreis laufen wie dicke, Gicht geplagte Jahrmarktponys, vor uns hin grinsend als wären wir unerdenklich glücklich. Weil wir uns nicht mehr erdenken können, was Glück oder Unglück vielleicht bedeutet.

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 32 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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