Luke's Diner
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Eine Serie für immer

Frau Margarete fragt: „Welche Serie kannst du immer wieder sehen.“
Ich antworte.

Eigentlich war ich nie der richtig große Serien-Junkie (jedenfalls nicht bevor Netflix bei uns einzog). Aktuell gibt es ein paar Serien, die ich begeistert verfolge: Sherlock. Oder Doctor Who, wo ich gerade dem letzten Auftritt von Matt Smith mit bangem Herzen näher komme. Aber es gibt nicht sehr viele Serien, die ich bis zum Ende gesehen habe. How I Met Your Mother ist eine. Aber ich gehöre zu denen, die vom Finale sehr enttäuscht waren. Noch mal gucken? Hm, mal sehen. Lost gehört für mich zu einer der großartigsten Serien überhaupt, den zweiten Durchlauf habe ich neulich gestartet – sicherlich auch sinnvoll, weil man beim zweiten Mal einiges besser verstehen wird.
Aber eine Serie, die ich immer wieder gucken könnte? Das ist ganz klar nur eine: Die Gilmore Girls, die ich bisher schon mindestens drei- oder viermal durchgeschaut habe.

Worum geht’s?

Falls es unter euch tatsächlich noch Menschen gibt, die die Serie nicht kennen … bei den Gilmore Girls geht es um Mutter und Tochter Lorelai (Lauren Graham) und Rory Gilmore (Alexis Bledel). Die quirlige Lorelai war sechzehn als sie von ihrer Highschool-Liebe schwanger wurde und damit die hohen Erwartungen ihrer Eltern zerschlug. Sich den Willen der Eltern beugen, heiraten und ein „anständiges Leben“ führen kam allerdings nicht in Frage. Also haute die junge Lorelai ab, bekam einen Job als Zimmermädchen in einem Hotel und zog ihre Tochter alleine groß.
In der ersten Staffel ist Lorelai mittlerweile Geschäftsführerin in ihrem Hotel. Rory wird bald sechzehn und ein kleines Genie. Mit Hilfe der nicht immer geliebten Großeltern kann sie an einer renommierten Privatschule anfangen. Aber das Leben dreht sich um mehr als nur große Pläne … selbst bei Rory.
Gilmore GirlsAnders als bei vielen Frauenserien geht es bei den Gilmore Girls nicht darum, dass eine Gruppe Frauen die große Liebe findet – jedenfalls nicht nur. Es geht um drei starke Gilmore-Mädchen (Oma Emily (Kelly Bishop) gehört zweifellos mit dazu), die versuchen, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu meistern, auch wenn sie sich dabei gerne gegenseitig in die Quere kommen. Natürlich gehört auch die Liebe dazu. Aber im Gegensatz zu den meisten Serien sind Beziehungen hier etwas Beständiges, die meistens über mehre Staffeln/Jahre andauern und ohne die ganz großen Dramen auskommen.
Den besonderen Charme machen aber nicht (nur) diese drei Frauen aus (die zuweilen auch schon etwas nerven können), sondern die große Sammlung an liebenswert-skurrilen Nebencharakteren der Kleinstadt Stars Hollow. Luke (Scott Patterson), der grummelige Café-Besitzer. Sookie (Melissa McCarthy, die seit Serienende eine steile Karriere hingelegt hat), Lorelais tollpatschige beste Freundin. Lane (Keiko Agena), Rorys beste Freundin, die ihre geliebte Musiksammlung von ihrer extrem christlichen Mutter verstecken muss. Die alten Schwatztanten Miss Patty und Babette. Der seltsame Kirk, der in jedem Geschäft der Stadt arbeitet. Oder einfach nur der Straßenmusikant, der für die Hintergrundmusik zuständig ist. Gilmore Girls ist lustig, detailverliebt und klug (die Drehbücher sind eine ganze Ecke länger als die normaler Serien, weil die Figuren so viel und schnell reden) und einfach großartig.

Again and again

Aber warum werde ich es nicht müde, sie zu gucken? Mittlerweile muss ich doch alles in- und auswendig kennen? Ja, sicher, das stimmt auch. Aber mit den Gilmore Girls verbinde ich mehr als nur einen netten Fernsehabend.
Ich habe die Serie entdeckt, als gerade die dritte Staffel im Fernsehen lief. Ich war damals siebzehn. Auch Rory war siebzehn, und wir wurden zusammen älter. Wir machten zusammen unseren Schulabschluss, gingen zusammen zur Uni und studierten beide Literatur. Wir verliebten uns, wir hatten Liebeskummer, wir wurden nebeneinander erwachsen. Mit den Gilmore Girls verbinde ich ein schwesterliches Gefühl. Etwas heimeliges, etwas Vertrautes, das Ruhe und Trost gibt, wenn man sie braucht.
Natürlich bin ich schon lange keine siebzehn mehr. Auch keine Anfang zwanzig mehr wie Rory in den letzten Folgen. Meine Perspektive hat sich geändert. In der ersten Staffel ist Lorelai Anfang dreißig, genau wie ich jetzt. Ich habe eine neue Identifikationsfigur gefunden – auch wenn ich keine Teenagertochter zu Hause habe. Aber während ich wachse, wächst die Serie mit mir. Und dafür kann ich sie immer und immer wieder gucken.

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 32 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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9 Kommentare

  1. Toller Beitrag, den ich so unterschreiben könnte 🙂 Ich liebe die Gilmore Girls auch und könnte die Serie immer wieder sehen. Es fühlt sich tatsächlich immer wieder schön und heimelig an, nach Stars Hollow zurück zu kommen.

  2. Yeah Baby! Gilmore Girls ist halt einfach eine echt gute Serie, di man echt immer wieder gucken kann!
    Ich hab während meiner Diplomarbeiten wochenlang einsam vor mich hin gezeichnet und wäre beinahe durchgedreht. Irgendwann hab ich dann meinen Laptop geschnappt, hab ihn mir auf einem Brett auf den Schoß gesetzt und hab auf der Couch weiter gezeichnet, während im TV Gilmore Girls lief. Das war sehr tröstend 🙂

  3. Ich liebe Gilmore Girls, schöne Zusammenfassung hast du da geschrieben. Ich mochte auch gern, wie sich die Freundschaft von Rory & Paris über die Staffeln entwickelt. Und finde es immer noch doof, dass sie sich am Ende für Logan entschieden hat 🙂

    • Oh ja, ich liebe Paris! Wenn ich eine Rolle spielen dürften, dann wäre das Paris! Wusstest du, dass Liza Weil eigentlich Rory spielen wollte, aber die Produzenten am Ende so beeindruckt hat, dass sie ihr eine neue Rolle geschrieben haben?
      Du meinst gegen. 😉

  4. Meine Mama ist so ein Gilmore Girls Fan, obwohl sie kaum Folgen kennt und immer total zufällig durcheinander schaut, haha. Aber die DVDs will sie nicht haben, komisch oder? 😀

    Danke für die lieben Worte und ich denke du hast Recht!
    Daher dasselbe zurück!

    xx

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