Emma Watson oder Gedanken zum Feminismus

Eigentlich wollte ich euch heute jemanden vorstellen, den ich gut finde. Dann kam aber Emma Watson mit ihrer #HeForShe-Rede vorbei.

#HeForShe und #SheForHe - Männer, unterstüzt Frauen! Frauen, unterstütz Männer, anstatt ihnen ständig zu sagen, dass sie alles falsch machen.
#HeForShe und #SheForHe – Männer, unterstützt Frauen! Frauen, unterstützt Männer, anstatt ihnen ständig zu sagen, dass sie alles falsch machen.

Feminismus. Ich gebe zu, ich gehöre zu denjenigen, die sich mit dem Begriff schwer tun. Woran liegt das? Vielleicht daran, dass mein idealistischer Kopf Gleichberechtigung als Selbstverständlichkeit betrachtet. Oder weil mich die radikale Gruppe abschreckt, die Männer als Monster darstellt, Frauen aber gleichzeitig ihre Weiblichkeit verbieten will.
Ich betrachte mich im allgemeinen nicht als „Geschlecht“. Ich betrachte mich als diffuses Ich. Ich möchte kurze Röcke tragen, ohne als „Symbol der sexistischen Gesellschaft“ betrachtet zu werden. Genauso möchte ich die Shirts des Mannes klauen, ohne als „männlich“ abgestempelt zu werden. Ich arbeite in einem „Frauenberuf“, obwohl Mathe mein Lieblingsfach war. Ich pinne Fotos von süßen Katzen auf Pinterest und baue Ikea-Regale zusammen. Ich werde bei Baby-Werbungen emotional und gucke gerne Comic-Verfilmungen. Und im Allgemeinen scheint sich niemand daran zu stören.
Ich fühle mich nicht als Opfer. Mag sein, dass ich damit naiv bin, aber ich empfinde meinen sozialen Status als Frau als großen Raum.
Doch obwohl so weitläufig, hat er doch Grenzen. Manche davon empfinde ich als natürlich, egal wie sehr der Feminismus dagegen protestiert: Wenn ich mich entscheide, ein Kind zu bekommen, dann muss mein Körper es austragen. Da hilft auch keine Gleichberechtigung. Dann wiederum stößt mein weiblicher Freiraum auf eine gesellschaftlich-konstruierte Grenze – ein weiteres kleines Territorium: Dem sozialen Verständnis vom Mann.
Die Frau muss heute nicht mehr befreit werden. Sondern der Mann. Wenn er seine Männlichkeit nicht mehr angegriffen fühlt, weil eine Frau gleich viel oder sogar mehr verdient als er. Wenn er sich gleichwertig in die Familie einbinden kann. Wenn er seinen Lebensweg gehen kann, ohne sich gezwungen zu sehen, seine „männliche Dominanz“ gegenüber Schwächeren zu beweisen. Oder sich nicht traut, seine eigene „Schwäche“ einzugestehen. Sei es in Form einer Krankheit oder nur einem „Frauenberuf“.
Emma Watson trifft in ihrer Kampagne #HeForShe den Nagel auf den Kopf.

Und erntete deshalb Drohungen. Das sollte uns zeigen, wie dringend Männer von erzwungenen Rollenbildern befreit werden müssen. Für den Feminismus. Und für sich selbst.

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 32 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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