Freundinnen finden mit dem richtigen Müsli
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Freundinnen findet man nicht im Supermarkt … aber warum eigentlich nicht?

Nach einer Runde Spontan-Shopping zieht es mich noch kurz in den Supermarkt im Erdgeschoss eines Münchner Einkaufstempels. An der Kasse schaue ich mir an, was die Frau hinter mir aufs Band lädt: drei Tetrapacks Kokosmilch und zwei Früchtemüslis.
Ich schaue hoch zu ihr und sage spontan: „Das sieht lecker zusammen aus! Mit Kokosmilch habe ich Müsli noch gar nicht probiert.“
Sie, etwas überrascht, aber lächelnd: „Ja, schmeckt prima zusammen! Und für Smoothies kann man die Kokosmilch auch gut nehmen.“
Ich schiebe Spinat und frischen Orangensaft zusammen. „Das ist mein halber Smoothie, dazu dann noch Banane, Ingwer und Leinsamen.“
Sie, mit noch breiterem Lächeln: „Mhm, oder Chiasamen!“

Freundinnen finden mit dem richtigen Müsli

Foto: Pexels.com

Nachdem das Gespräch noch kurz unsere weiteren gemeinsamen Essensvorlieben gestreift hat, bin ich leider schon dran mit Bezahlen, verabschiede mich und wünsche der Frau einen schönen Abend. Ich glaube, wir freuen uns beide, weil es eine nette Begegnung war.
Als ich in mein Auto steige, bin ich ein bisschen traurig, denn eigentlich hätte ich die Frau gerne näher kennengelernt. Es wäre sicher nett gewesen, mit ihr mal einen Kaffee zu trinken, dabei über Essen zu quatschen oder auch mal was gemeinsam zu kochen, denn sie schien ja einen ähnlichen Geschmack zu haben wie ich und war mir sympathisch. Aber man kann doch schlecht mitten in der Schlange an der Supermarktkasse sagen: „Mir gefällt, was Sie da einkaufen. Wollen wir Freundinnen sein?“ Oder etwa doch? Zumindest so ähnlich.
Ja, das könnte man eigentlich schon. Aber eine potenzielle Freundin anzusprechen ist wohl genauso schwer wie der Versuch, eine(n) mögliche(n) Partner(in), den/die man nach einer zufälligen Begegnung sicher nie wiedersehen wird, nach der Telefonnummer zu fragen. Inklusive der Angst, eine Abfuhr zu kassieren oder Gedanken darüber, was sich das Gegenüber denken könnte und ob es einen vielleicht für komplett bescheuert hält. Das war mir vorher gar nicht so klar, aber ist wohl so.

Manchmal wünsche ich mir in solchen Situationen ein bisschen mehr Mut, und ich hoffe, nächstes Mal habe ich ihn.

Dieser Beitrag erschien in der Ausgabe „#2 Früchte des Zorns“ des No Robots Magazines. Lies hier kostenlos das komplette Magazin!

Stefanie K.

Steffi, *1981, ist ein bekennender Nerd und Kindskopf mit Vorliebe für schräge Gedichte und Wortspiele. Sie ist Mitte dreißig, geht gerne wandern, ist Vegetarierin und liebt die Halloween-Saison. Seit sie als Lektorin arbeitet, kommt sie privat leider viel zu selten zum Lesen.
In Kategorie: Beiträge, Leben & Familie

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Steffi, *1981, ist ein bekennender Nerd und Kindskopf mit Vorliebe für schräge Gedichte und Wortspiele. Sie ist Mitte dreißig, geht gerne wandern, ist Vegetarierin und liebt die Halloween-Saison. Seit sie als Lektorin arbeitet, kommt sie privat leider viel zu selten zum Lesen.

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