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Gelesen: Freiheit von Jonathan Franzen

Eigentlich wollte ich „Us“ von David Nicholls lesen … aber nach ungefähr hundert Seiten fand ich die Familiengeschichte so uninteressant, dass ich zu etwas anderem gegriffen habe. Gelandet bin ich bei „Freiheit“ von Jonathan  Franzen. Auch einer Familiengeschichte.

 

Die Meldungen über Walter Berglund wurden von der Lokalpresse nicht aufgegriffen – er und Patty waren zwei Jahre zuvor nach Washington gezogen und hatten für St. Paul inzwischen keinerlei Bedeutung mehr -, aber die Bürger des aufstrebenden Viertels Ramsey Hill waren ihrer Stadt gegenüber nicht loyal genug, um nicht die New York Times zu lesen. Einem langen und wenig schmeichelhaften Artikel in der Times zufolge hatte Walter sein Berufsleben dort in der Hauptstadt ziemlich verpfuscht.

50 Jahre, eine 08/15-Familie – Vater, Mutter und zwei Kinder – und viele Perspektiven: Im Mittelpunkt von Franzens Werk stehen Patty, ein College-Basketball-Star, und Walter, ein durch und durch guter Mensch, und ihr großes Scheitern. Mal betrachtet aus Walters Sicht, durch Pattys Autobiografie, von Sohn Joey, Richard, dem besten Freund der Familie oder einfach nur dem wachen Auge der Nachbarschaft.
Ja, und natürlich die Freiheit. Aber was ist Freiheit? Sich anders zu entwickeln, als die Eltern? Seinen eigenen Weg gehen? Entscheidungen zu treffen … oder eben nicht? Oder sind wir am Ende unfrei, weil zum Scheitern verdammt?
Auf über 700 Seiten widmet sich Franzen den Berglunds. Mit großer Schreibkunst und vielen Ideen, neue Blickwinkel auf eine Handvoll Leben zu finden.
Aber so gut wie Franzen auch schreibt … im Laufe der Zeit wird die Geschichte dennoch recht dröge. Sie verlangt weder großes Mitdenken oder regt zum Nachdenken an,  noch lernt man dabei etwas Neues. Und damit fehlen mir die drei wichtigsten Punkte, um ein Buch lesenswert zu machen.

Buchfakten

Autor: Jonathan Franzen
Verlag: rowohlt
Seitenzahl: 736
Ursprungsland: USA
Übersetzung: Bettina Abarbanell, Eike Schönfeld
Erscheinungsjahr: 2010

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Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 32 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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