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Gelesen: Naokos Lächeln von Haruki Murakami

Ich weiß auch nicht, was mit mir los ist. Da habe ich ewig kaum ein Buch zur Hand genommen und jetzt komme ich mit dem Rezensieren gar nicht mehr hinterher. Liegt vielleicht daran, dass ich seit meinem Umzug morgens nicht mehr umsteigen muss und daher mehr Zeit habe. Heute also: „Naokos Lächeln“ von Haruki Murakami. (Es folgt in Kürze: „Vielleicht lieber morgen“ von Stephen Chbosky.)

Eigentlich wollte ich gar kein neues Buch kaufen. Trotzdem griff ich nach „Naokos Lächeln“. Und das aus einem guten und zwei dummen Gründen. Der gute Grund ist natürlich, dass ich (wie zehntausend andere) Murakamis Werk schätze: Ich habe „Kafka am Strand“ geliebt, „1Q84“ hätte mir sehr gut gefallen, wenn es ein wenig kürzer gewesen wäre, nur „Mister Aufziehvogel“ konnte ich nicht zu ende lesen, weil es mir zu grausam war. Die beiden weiteren Gründe: Der Original(?)-Titel ist „Norwegian Wood“. Und ich bin nicht nur ein Beatles-, sondern auch ein Norwegen-Fan. Aber sind blöde Gründe, um ein japanisches Buch zu kaufen, ich weiß.
Der Zusatztitel der deutschen Ausgabe lautet „Nur eine Liebesgeschichte“. Und genau das ist es, schlicht und ergreifend. Es geht um einen  jungen Mann in Trauer und eine Handvoll äußert komplizierte Frauen. That’s it. Keine Mystik, keine sonderbaren Vorkommnisse, keine geheimnisvollen Wesen: Wer diese typischen Murakami-Elemente sucht, der wird enttäuscht.
Was sich aber nicht leugnen lässt, ist, dass Murakami ein Meister des Wortes ist. „Naokos Lächeln“ liest sich, wie man einen wunderschönen Film ohne große Handlung schaut: Es ist ein Kunstwerk, ganz ohne Schnickschnack. Und das lohnt sich, zu lesen.

PS: Wo ich bei „Mirage“ (> klick) noch die gute Übersetzung gelobt habe, muss ich hier schimpfen: 2003 veröffentlicht und trotzdem noch in der alten Rechtschreibung? Buh!

Und weil’s so schön ist, hören wir uns doch noch mal „Norwegian Wood“ an … (Übrigens das erste Beatles-Lied, auf dem George Sitar spielt.)

Buchfakten:

Autor: Haruki Murakami
Verlag: btb Verlag
Seitenzahl: 416
Ursprungsland: Japan
Übersetzung: Ursula Gräfe
Erscheinungsjahr: 1987/2003

 

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 32 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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