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Gelesen: The Vesuvius Club von Mark Gatiss

Manchmal fragt man sich beim Lesen: Liegt es an mir oder an dem Buch, dass es mich nicht richtig fesselt? In diesem Fall musste ich eingestehen: Es lag an mir. „The Vesuvius Club“ von Mark Gatiss ist nämlich doch ziemlich cool.

Auf Krimis stehe ich eigentlich gar nicht. Höchstens auf „Sherlock Holmes“-Geschichten. Und mit Sherlock Holmes kennt Mark Gatiss sich aus. Der Brite schreibt nämlich nicht nur einige der Drehbücher der Serie Sherlock (und auch für Doctor Who), er produziert die Serie auch und spielt noch dazu die Rolle des Mycroft Holmes. Kein Wunder also, dass seine Lucifer-Box-Romane in einem ähnlichen Milieu angesiedelt sind.
Lucifer Box ist Maler, Schönling, Frauenheld und, ja, das auch auch, Geheimagent in London im frühen 20. Jahrhundert. Sein neuester Auftrag im Namen der Krone: Ein Geheimagent und zwei Professoren sind auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen. Box soll herausfinden, was geschehen ist. Dabei würde er seine Zeit viel lieber mit seinem Kumpel Miracle im Badehaus oder mit schönen Frauen auf Partys verbringen … Doch dann engeht Lucifer nur knapp mehreren Anschlägen auf seine Person und reist schließlich nach Neapel, dem Ort der Geheimnisse … um auf Dinge zu stoßen, die er in seinen kühnsten Fantasien nicht erwartet hätte …
Dass ich einige Zeit gebraucht habe, um mit „The Vesuvius Club“ warm zu werden, liegt sicher auch daran, dass Lucifer Box kein besonders sympathischer Charakter ist. Das macht aber nichts, denn Mark Gatiss macht die Wesensschwäche seines Charakters mit viel Wortwitz (man nehme nur die äußerst interessanten Namenskreationen), fantastischen Plotpoints und auch ein wenig (Homo-)Erotik wieder wett. Einige staubige Kriminalgeschichte ist „The Vesuvius Club“ nicht, so viel kann ich verraten. Gatiss ist kein bizarrer und abstruser Einfall zu albern, was das Buch aber bei weitem nicht lächerlich sondern überaus skurril, witzig und interessant macht – wenn man sich darauf einlässt.
Noch besser hätte mir die Geschichte höchstens noch als Film gefallen. Denn, so ist das nun mal, after all ist Gatiss Drehbuchautor. Vielleicht nutzt er die nächste Sherlock-Pause ja für eine Lucifer-Box-Adaption? Sollten mir die Fortsetzungsromane in die Hände fallen, werde ich jedenfalls nicht zögern, sie zu lesen!

Buchfakten

Autor: Mark Gatiss
Verlag: Pocket Books
Seitenzahl: 256
Ursprungsland: UK
Erscheinungsjahr: 2005

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Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 31 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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