Löwe
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I don’t care about Cecil and Marius

Cecil, der Löwe ist tot. Die Welt rastet aus.

Erinnert ihr euch noch an Marius, das Giraffenbaby? Letztes Jahr besaß der Kopenhagener Zoo nicht nur die Dreistigkeit, das Tier aus Bestandsgründen zu töten … nein, er setzte dem Ganzen noch die Krone auf, indem er es öffentlich zu Raubtierfutter verarbeitete! Die ganze Welt rastete aus und verlangte die Schließung des Zoos.
Nun ja. Marius ist natürlich Schnee von gestern. Heute geht’s um Cecil, den Löwen, den ein reicher Schnösel als Trophäe erschoss.
Mir sind Cecil und Marius allerdings egal.

Löwe

Dies ist nicht Löwe Cecil. Der ist tot.
Foto: Pexels.com

Natürlich ist es mir nicht egal, dass die Tiere getötet wurden. Ich bin seit Jahren Vegetarier aus moralischer Überzeung. Natürlich machen mich die Geschichten traurig.
Und wie sieht’s mit den Leuten aus, die da so laut schreien? Die unbedingt wollten, dass der Kopenhagener Zoo geschlossen wird (Ja, was glauben die eigentlich, was aus den Tieren wird, wenn der Zoo geschlossen wird? Ein Teil wird an andere Zoos verkauft und was sich nicht verkaufen lässt, wird zu Katzenfutter verarbeitet.) und jetzt vermutlich den reichen Zahnarzt aus Amerika lynchen wollen? Wie traurig sind die eigentlich?
Trauern sie auch um die anderen Tiere, die die Löwen im Zoo verspeisen? Oder sollten stattdessen lieber die Löwen verhungern?
Ist es besser, wenn Löwen im Zoo verhungern, als wenn sie in mehr oder weniger freier Wildbahn erschossen werden?
Trauern sie auch um die Lammkeule, den Kalbsbraten und das Spanferkel auf ihrem Teller? Oder nur um Babys, die einen Namen bekommen haben? Wenn ich jetzt einfach jedes Kalb Friedhelm nenne, verlangen sie dann die Schließung der Mastbetriebe?
Trauern sie auch um die deutschen Waldtiere, die von reichen Schnöseln aus der Stadt aus Langeweile geschossen werden?
Trauern sie auch um all die Tierarten, die es bald nicht mehr gibt, weil der Mensch sie skrupelos um die Ecke bringt und ihren Lebensraum zerstört? (Ich empfehle dazu dieses Buch*.)
Trauern sie auch um das Schwein, das sein Leben lang auf wenig Raum im Mastbetrieb eingekerkert war (im Gegensatz zu Löwe Cecil), bis sie es als Billigfleisch aus der Wursttheke holen?
Ich fürchte nicht. Die Trauer scheint nur für ein Tier pro Jahr zu reichen.

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Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 32 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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