Be proud!
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Ich kann voll gut … Stolz ist keine Arroganz

Gestern haben wir die Unperfektion gefeiert. Wir denken viel zu oft, dass alle anderen viel besser sind als wir selbst. Dabei haben wir doch alle unsere Macken. Aber auf der anderen Seite sind wir doch auch alle voll toll. Gerade wir Frauen neigen dazu, unsere Talente immer runterzuspielen. Warum geben wir nicht einfach mal zu, dass wir beides sind? Unperfekt, aber trotzdem super? Stolz auf sich zu sein und das, was man kann, bedeutet nicht, dass man arrogant ist. Deshalb finde ich, dass wir in dieser Aktion beide Seiten feiern sollen. Und ich hoffe, ihr macht mit. Denn jeder sollte in der Lage sein zu sagen:

Ich kann voll gut …

1. … mir Dinge merken: Ich bin ein bisschen wie ein Schwamm – ich lese viel und sauge alles auf. Und so bleibt jede Menge nützliches und unnützes Wissen hängen. Geburtstage vergesse ich nicht so leicht und für Klausuren musste ich  nur wenig lernen, so lange ich im Unterricht ein bisschen zugehört habe. Daher weiß ich aber auch jede Menge unsinnige Fakten über alle möglichen Promis. Ich muss es nur irgendwo lesen und schon ist es drin. Dafür habe ich aber auch genug Geschichten zu erzählen, die anfangen mit „Ich habe mal gelesen, dass …“.

2. … mir Dinge erarbeiten: Gestern musste ich zugeben, dass ich mir sehr ungern zeigen lasse, wie etwas funktioniert. Dafür bin ich aber auch gut darin, mir Wissen anzueignen, besonders wenn es um Technik geht. Wenn ich auf ein Problem stoße, dann will ich es lösen. Und meistens klappt das auch irgendwie.

3. … schreiben: Das hoffe ich jedenfalls. Ich bin zumindest meistens zufrieden, mit dem, was ich mache. Und man sollte auch der Meinung sein, dass man seinen Beruf ganz gut kann, oder?

4. … mutig sein: Das klingt vielleicht banal, aber darauf bin ich mittlerweile doch ziemlich stolz. Mut bedeutet nämlich nicht, dass man keine Angst hat. Im Gegenteil. Ich habe eigentlich vor allem Angst. Aber ich gebe mir große Mühe, mich davon nicht aufhalten zu lassen. Ganz allein mit dem Auto nach Schweden fahren? Hab ich hinbekommen. Ein halbes Theaterstück trotz Höhenangst auf einem klapprigen Gerüst spielen? War am Ende total okay.

5. … lustige Geschichten erzählen: Ich persönlich finde mein Leben ja relativ langweilig. Meine Ex-Kollegen fanden meine Lebenserfahrungen aber immer zum Schießen. Vielleicht kann ich einfach gut erzählen? Und sicherlich hängt es auch zusammen mit …

Be proud!

6. … mich selbst nicht so ernst nehmen: Klar, niemand lässt sich gerne auslachen. Aber im Großen und Ganzen habe ich überhaupt kein Problem damit, über mich und meine Fehler zu  lachen. Es macht mir meistens auch nichts aus, mich zum Deppen zu machen. Wenn man sich zu ernst nimmt, ist die eigene Unperfektion doch viel zu frustrierend. Dann lache ich lieber darüber.

7. … optimieren: Ich finde, ich bin sehr talentiert darin, einen Prozess so zu optimieren, sodass er am einfachsten geht. Zum Beispiel weiß ich schon beim Betreten des Supermarktes meistens ganz genau, was ich brauche, wo ich es finde und wie der schnellste Weg durch die Regale geht. Ähnlich klappt’s oft auch mit der Arbeit. Früher oder später finde ich den schnellsten Weg. Was uns zum nächsten Punkt führt …

8. … schnell sein: Jetzt nicht im körperlichen Sinne. Rennen kann ich nicht besonders gut. Aber egal ob Klassenarbeit oder Arbeitsprojekt: Ich bin immer ruckzuck fertig. Ich warte noch auf die Erkenntnis, dass ich immer etwas falsch mache oder etwas vergesse. Aber bis jetzt ist in der Regel immer alles zufriedenstellend ausgegangen. Vielleicht bin ich also einfach super schnell? Kollegen nannten mich deswegen sogar schon „a machine“.

9. … Norwegisch: Hab ich  nämlich nie gelernt. Ich hatte vor neun Jahren mal vier Monate lang einen Schwedisch-Sprachkurs. Aber auch das lag anschließend doch wieder einige Jahre brach. Trotzdem habe ich in den letzten Jahren jeden Monat ein Magazin aus dem Norwegischen übersetzt und auch mehrere Bücher gelesen. Okay, sprechen kann ich immer noch nicht besonders gut und am Hörverständnis hapert es auch … aber ich finde, dafür, dass ich die Sprache de facto nie gelernt habe, bin ich schon ziemlich gut.

10. … Nein sagen: Nicht unbedingt bezogen darauf, dass ich Bitten gut ausschlagen kann (oder will). Vor allem kann ich gut Nein sagen, wenn ich etwas absolut nicht für richtig halte. Als Teenager wurde man doch immer wieder in Situationen gebracht, in denen man seinen Mut oder seine Coolness oder was auch immer beweisen sollte, was meistens aber ziemlich dämlich war. Mir war es egal, ob ich als langweilig oder uncool galt: Ich konnte immer gut Nein sagen, wenn ich mit etwas nicht einverstanden war. Und ich hoffe, dass ich das heute auch noch so gut hinbekomme.

Und was kannst du voll gut? Sei nicht schüchtern, sondern mach mit!

Muster: Freepik

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 32 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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10 Kommentare

  1. Eine schöne Ergänzung zum „Was ich alles nicht kann“-Post. Ich finde es schön, dass du beide Seiten der Medaille beleuchtest. Denn auch hinzustehen und zu sagen, was man gut kann, braucht lustigerweise Mut. Man könnte ja für eingebildet gehalten werden. Ich habe es jedenfalls gerne gelesen.

  2. Hallo Larissa,

    vielen Dank für diesen super Post, ich fand es spannend zu lesen, was Du alles Tolles kannst! Dein 1. Punkt ist auch einer meiner Stärken: ich kann mir einfach ALLES merken! Das fängt damit an, welches Marzipanstückchen ein Freund meines Mannes gerne zum Frühstück ist und endet irgendwo zwischen den exakten Geburtsdaten der Kinder meiner Freundinnen und ganzen Textpassagen aus Theaterstücken. Dafür habe ich als Mutter NOCH NIE daran gedacht, Taschentücher in meine Handtasche zu packen :).

    Liebe Grüße, ich freue mich schon, die Stärken der Anderen hier zu lesen

    Katharina

  3. Eine super Idee! 🙂 Da sind einige Sachen bei, denen ich mich anschließen kann (genau wie beim ersten Post übrigens auch). Ich kann voll gut: ruhig bleiben (wenn was passiert, worüber man sich aufregen könnte), mit Kunden umgehen (hat sicherlich mit dem ersten zu tun), mich selbst beherrschen (und z.B. nur ein Weingummi essen oder ein Stück Schoki statt der ganzen Tafel), mich orientieren und mir Wege merken. Ist doch schon mal ganz gut, oder?

    Liebe Grüße
    Nele

    • Danke 🙂

      Das weiß ich leider nicht. 🙁 Das WordPress-Support-Forum konnte mir da auch noch nicht helfen. Kannst du mir das nächste Mal vielleicht einen Screenshot schicken, damit ich die IT-Profis deswegen noch mal löchern kann?

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