Ich kann voll nicht
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Ich kann voll nicht … feiern wir die Unperfektion!

Wenn ich mich in der Welt umsehe, vor allem in der Blogger-Welt, dann kommen mir immer alle anderen total perfekt vor. Die können irgendwie immer alles und sehen dabei noch super aus. Wie machen die das nur? Ist natürlich Quatsch. Niemand kann alles. Da lob ich mir die Aktion von Katja von „Mädchen mit Herz“. Katja ist zwar super süß und hat einen tollen Blog, aber sie hat auch ganz viele Sachen, die sie gar nicht kann. Da kann ich locker mithalten.

Ich kann voll nicht …

1. … kochen oder backen: Darin bin ich wirklich die totale Niete. So richtig toll wird bei mir selten etwas. Und wenn ich etwas backe, dann schmeckt es vielleicht, sieht aber meistens grässlich aus (am schlimmsten war mein Versuch, Krümelmonster-Muffins zu backen … am Ende waren es einfach nur Muffins mit blauer Soße). Liegt vor allem daran, dass ich kochen auch total langweilig finde. Und essen auch. Meistens mache ich nebenher etwas anderes und vergesse dann meine Sachen auf dem Herd. Ups.

2. … meine Klappe halten: Eigentlich bin ich ja eher schüchtern. Eigentlich. Denn wenn das Eis erstmal gebrochen ist, dann rede ich meistens ohne  zu denken. Das führt dann schon mal dazu, dass ich dem Chef geradeheraus sage, dass ich irgendwas total scheiße finde. Oder einfach strikt Kontra gebe. Selbst wenn ich mir fest vornehme, diesmal wirklich den Mund zu halten … funktioniert selten.

3. … Gefühle zeigen. Viele Leute halten mich für sehr cool und taff oder sogar gefühlskalt. Das bin ich aber eigentlich überhaupt nicht. Ich kann nur nicht gut Gefühle zeigen. Ich kann auch nicht gut andere um etwas Persönliches bitten oder Komplimente machen. Dafür bin ich einfach zu schüchtern.

4. … die Kontrolle abgeben: Spielt vielleicht mit Punkt 3 zusammen eine Rolle. Ich muss immer genau wissen, dass alles richtig läuft. Das liegt gar nicht daran, dass ich anderen nichts zutraue, sondern dass ich gerne den Überblick behalte. Genauso ist es aber auch mit Situationen, in denen ich mich in die Hände des Schicksals gebe und nicht mehr mit beiden Füßen auf dem Boden stehe: wie fliegen, oder Ski fahren oder Fahrrad fahren. Uaargh!

Ich kann voll nicht

5. … mich ordentlich frisieren: Vielleicht sehen meine Haare von Zeit zu Zeit ganz okay aus … das ist dann aber eher Zufall. Meine Haare machen, was sie wollen und ich bin unfähig, das zu unterbinden. Für aufwendige Frisuren habe ich zwei linke Hände.

6. … Geld ausgeben: Ich habe den Ruf, geizig zu sein, aber das stimmt nur so halb. Ja, einerseits hasse ich es, Geld auszugeben. Ich bin ziemlich sparsam und gönne mir nur sehr ungern etwas. Gleichzeitig kann ich aber auch einfach nicht mit Geld umgehen. Wenn ich Trinkgeld oder ein Geldgeschenk geben soll, bin ich einfach vollkommen überfragt.

7. … telefonieren: Den Hörer nehmen und eine Nummer eintippen? Horror! Schiebe ich ewig vor mich her und schreibe lieber zehn Mails statt einfach mal irgendwo anzurufen. Damit einher geht leider auch, dass ich schlecht Kontakt zu Leuten halten kann, die weiter weg wohnen. Schreibt mir, Leute! Ich freue mich darüber und antworte auch ganz bestimmt!

8. … Anleitungen befolgen: Ich mag es überhaupt nicht, wenn mir jemand etwas zeigt, und ich soll das dann nachmachen. Laaaangweilig. Ich probiere lieber selbst aus. Genauso ist das mit Bastel- oder Näh- oder Strickanleitungen. Selbst, wenn ich überhaupt keinen Plan habe, überlege ich mir lieber eigene Projekte, als eine Anleitung zur Hand zu nehmen. Das ist vermutlich auch der Grund, warum DIY-Projekte meistens schief gehen.

9. … mich lange konzentrieren oder alleine beschäftigen: Siehe oben – laaaaangweilig. Ich langweile mich unheimlich schnell. Im Beruf brauche ich ständig neue Aufgaben, sonst wird mir schnell öde. Und zu Hause sind mir meine Aufgaben dann oft zu lahm und ich werde träge und versacke vor Netflix. Dabei gibt es doch immer genug zu tun …

10. … direkt aufräumen: Und wieder – siehe oben. Obwohl ich ja eigentlich soooo viel Zeit hätte … direkt aufräumen, wenn ich etwas benutzt habe? Konnte ich noch nie. Zu WG-Zeiten konnte ich mich noch halbwegs disziplinieren und meinen Müll direkt wegräumen. Aber seit ich meine eigene Wohnung habe? Warum einen Teller in die Spülmaschine räumen, wenn man ihn auch einfach auf die Theke stellen kann? Kann ich alles noch später machen. Immerhin: Einmal am Tag richtig aufräumen macht auch mehr Spaß als ständig Kleinigkeiten zu erledigen. Dann sieht man wenigstens, was man getan hat!

So viel zu mir. Und was könnt ihr voll gar nicht?

Und was könnt ihr voll gut? Ich bin nicht perfekt, das wisst ihr spätestens jetzt. Aber es gibt auch ein paar Dinge, auf die ich stolz bin. Und weil wir uns ja nicht immer nur schlecht machen sollen, kommt morgen die Gegen-Aktion: „Ich kann voll gut.“ Also, überlegt euch schon mal was!

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 31 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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