Larissa schwanger - großer Babybauch
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Kleine und große Fragen in der Schwangerschaft und ein paar Antworten

Ist eine von euch schwanger? Juhu! Wie aufregend! Jetzt werden euch alle sagen, dass ihr die Schwangerschaft genießen sollt … aber seien wir mal ehrlich: So spaßig ist das auch nicht. Man wird unbeweglich, leidet vielleicht unter Übelkeit und Müdigkeit und der Rücken tut weh. Und noch dazu durchlebt man totale Verwirrung – Tausend Fragen schwirren einem durch den Kopf. Ging mir auch so. Und klugerweise habe ich sie aufgeschrieben. Und jetzt, wo der Nachwuchs neben mir im Kinderwagen schlummert, kann ich endlich die ein oder andere beantworten. Und möglicherweise kann ich damit der ein oder anderen von euch helfen.

Wie komme ich mit möglichst wenig Umstandskleidung durch?

Es gibt ja Frauen, die kaufen wahnsinnig gerne ein und haben kein Problem damit, sich jede Saison neu einzukleiden. Ich gehöre nicht dazu. Ich besitze sogar noch einen Rock, den ich mir mit dreizehn gekauft habe (okay, den habe ich aber auch wirklich seit zehn Jahren nicht mehr getragen). Ich trage meine Klamotten ewig und sehe nicht ein, Dinge zu kaufen, die ich in ein paar Monaten nicht mehr verwenden werde.
Nun kommt man bei Umstandskleidung aber kaum drum herum. Dennoch bin ich mit zwei Umstandshosen durch die gesamte Schwangerschaft gekommen. Reicht vollkommen, zumindest, wenn man im Sommer richtig rund ist. Kauft euch weite Kleider, Röcke mit Gummizug oder Stoffhosen zum Binden, die ihr auf der Hüfte tragt. Und darüber weite Shirts. Zur Not greift in den Kleiderschrank vom werdenden Papa. Wenn man richtig rund ist, fühlt man sich sowieso nicht mehr besonders sexy und ist mit entspannter Kleidung zufrieden (zumindest ging es mir so). Und statt Schwangerschafts-BH nehmt ihr einfach BH-Verschluss-Erweiterungen. Gibt’s in größeren Supermärkten. Oder ihr holt euch gleich einen Still-BH. Gibt’s bei Rossmann. (Allerdings werden eure Brüste beim Milcheinschuss noch mal ordentlich wachsen, daher ist es schwierig, die richtige Größe für den Still-BH einzuschätzen.)

Was zieht so ein Baby an?

Gut. Ihr seid also eingekleidet. Aber was braucht das Kind? In Büchern und im Netz tummeln sich da ja die unterschiedlichsten Listen.
Ich empfehle folgendes für Sommerkinder: Viele, viele Bodys, sowohl Lang- als auch Kurzarm. (Bloß nicht nur die zwei bis vier, die einem die Einkaufslisten immer empfehlen. Die verbrauche ich manchmal in einer Nacht.) Wenn es so warm ist wie gerade, trägt der Junior meistens gar nichts anderes. Für kältere Tage einige Langarmshirts, weiche, bequeme Hosen mit Füßen oder zwei, drei Paar Söckchen. Ein paar Strampler – Kurzarm und Langarm, mit Füßen und ohne – die kann man dann auch nachts tragen. Eine dünne und eine wärmere Jacke für draußen. Ein Sonnenmützchen, ein wärmeres Mützchen für windige Tage. Eine weiche Babydecke (ich finde die von H&M toll). Zwei Schlafsäcke ohne Ärmel. Viele, viele, viele Spucktücher (weniger um eure Kleidung zu schützen, da bräuchte man eher großflächige Abdeckplanen, sondern vielmehr, um das Kind halbwegs trocken zu halten) – die kann man für alles benutzen: zum Trocknen, als dünne Decke, als Sicht- oder Sonnenschutz am Kinderwagen …
Ich empfehle, ein Set zum Wechseln neben das Kinderbett zu legen, sprich einen Schlafsack und einen Body oder einen Strampler. Dann müsst ihr nachts nicht extra noch zum Kleiderschrank rennen, wenn das Kind sich nass spuckt.
Und für euch: Eine große Menge bequeme Shirts, bei denen ihr nicht weint, wenn sie dreckig werden. Und genügend Bettlaken.
Und: Ja, ihr werdet eine Menge Wäsche haben!

Larissa schwanger

Wie groß ist so ein Baby eigentlich bei der Geburt und wie schnell wird es wachsen?

Das lässt sich natürlich sehr schlecht sagen. Manche Kinder kommen ja bekanntlich ein paar Wochen früher, andere erst nach Entbindungstermin. Manche haben große Eltern, andere kleine. Manche Kinder sind schmächtig, andere propper. Einkaufslisten empfehlen die Größen 56 oder 62 für den Anfang – die Hebamme im Vorbereitungskurs hielt 62 für utopisch. Wir haben die meisten Sachen der Größe 56 nach einer Woche aussortiert, weil sie zu klein waren.
Ich würde sagen, 56 ist eine gute Durschnittsgröße. Sollte euer Kind sehr klein sein, kann der Papa immer noch Sachen nachkaufen, während ihr in der Klinik seid (zumindest hier in der Stadt). Rechnet ihr mit einem großen Kind, ist es nicht schlecht, schon Sachen in 62 parat zu haben. Wachsen wird das Kind ja sowieso.

Muss ich wirklich alles gebraucht kaufen?

Etwas für das erste eigene Kind zu kaufen macht wahnsinnig glücklich. Das kann man ruhig genießen. Und es muss ja nicht gleich High Fashion sein (wie gesagt, vielleicht ist es nach einer Woche zu klein).
Trotzdem braucht man am Ende doch wahnsinnig viele Sachen für so einen Zwerg. Und dann passt der Kram ja nicht mal sonderlich lange. Es ist also durchaus ratsam, sich nach gebrauchten Sachen umzusehen. Vielleicht hat ja auch jemand im Bekannten- oder Familienkreis alte Sachen abzugeben. Außerdem gibt es in größeren Städten eine ganze Menge Baby-Basare, wo man gut gebrauchte Kleidung abgreifen kann.

Wann sollte ich anfangen, Sachen zu kaufen?

Wann dir danach ist! Und wenn du noch im ersten Trimester bist – mach, was dich glücklich macht!
Trödle aber nicht zu lange, bis du nach Baby-Basaren schaust. Die sind nämlich häufig nur zweimal im Jahr – nämlich im Frühling und im Herbst (zumindest hier in München).

Was braucht man noch alles und woher weiß ich, was für uns das Richtige ist?

Da gibt es ja die unterschiedlichsten Meinungen. Eltern geben ja bekanntlich gerne Geld für ihren Nachwuchs aus. Ja, was wird einem nicht alles empfohlen! Vom Heizstrahler bis zum Video-Babyfon. Schlussendlich braucht das Kind aber erstmal fast gar nichts: einen Ort zum Schlafen, einen sicheren Ort zum Wickeln und etwas für den Transport. Alles andere findet sich im Alltag.

Wie finde ich den besten Kinderwagen?

Gar nicht so einfach! Die Dinger sind ja mal extrem teuer und eigentlich sind sie ja auch alle gleich. Am besten geht ihr mal in ein Babyfachgeschäft wie zum Beispiel Babies’R’Us und testet ein paar Modelle aus. Ich rate davon ab, aus Prinzip das teuerste zu nehmen. Teuer ist nicht automatisch besser. Einige davon sind von Stiftung Wartentest sogar sehr schlecht getestet oder sogar als gefährlich eingestuft worden (Anfang des Jahres gab es einen großen Test – den bekommt ihr möglicherweise in der Bücherei).
Wir haben uns am Ende für den Turbo 6s von ABC Design entschieden und sind bisher recht zufrieden.

Wo lerne ich andere Mütter auf meiner Wellenlänge kennen?

Wie heißt es da in der Werbung der Brigitte MOM? „Du bist mein ein, aber nicht mein alles.“ Stimmt für mich. Ist es bei euch auch so? Viele Mütter sind da allerdings anders. Da sind die berühmten drei K noch recht aktuell. Wo findet man also die Mütter mit gleichaltrigen Kindern, die ihr Interesse an der Welt trotz Kind nicht verloren haben?
Ich weiß es nicht. Ich hatte Glück und habe eine sehr nette andere Mutter über Facebook kennengelernt. Ansonsten trifft man im Geburtsvorbereitungskurs natürlich andere Mütter. Vielleicht findet man dort ein paar nette Freundinnen.

Wie mache ich am günstigsten Sport und was hilft gegen die Rückenschmerzen?

Ja, ich bin geizig. Ich hatte keine Lust, Geld für Schwangerschaftsgymnastik auszugeben. Stattdessen habe ich mich auf YouTube umgesehen und mit der Fitnessmutti geturnt. Außerdem habe ich mir das Buch „Pilates in der Schwangerschaft“* aus der Bücherei geholt. Da ich vorher schon einige Pilates-Kurse gemacht habe (Tipp für Münchner: das Hallensportprogramm der Stadt – super gut und super günstig), konnte ich da einfach ansetzen. Ich habe das gemacht, womit ich mich wohlgefühlt habe und einfach alles weggelassen, was den Bauch belasten könnte. Ich habe so gut wie jeden Tag ein paar Minuten investiert und hatte kaum Probleme mit dem Rücken.
Profi-Tipp: Spart eure Armmuskeln nicht aus … ihr werdet sie hinterher brauchen …

Was muss in die Kliniktasche und wann muss ich die eigentlich packen?

Auch da findet man ja die unterschiedlichsten Empfehlungen. Man kann sogar fertige Kliniktaschen kaufen! Aber seht es mal so: Ihr packt wie für einen Kurztripp, den ihr im Bett verbringen werdet und bei dem es euch vollkommschen wurscht ist, wie ihr ausseht. Sprich: bequeme Kleidung und die nötigsten Toilettenartikel. Besondere Kleidung für den Kreißsaal braucht ihr nicht wirklich – zumindest nicht, wenn ihr eine PDA wollt. Dann bekommt ihr so ein schickes Krankenhausleibchen. Auch die berühmten Riesenunterhosen müsst ihr nicht kaufen – die bekommt ihr am Anfang im Krankenhaus und danach gehen auch wieder eure normalen Höschen. Klamotten für’s Kind braucht ihr auch erst, wenn ihr nach Hause fahrt. Ehrlich: Wer braucht schon Einweg-Bademantel, die in solchen fertigen Kliniktaschen sind?!
Mein zusätzlicher Tipp: erfrischende Bonbons sind gut, wenn euch nicht wirklich nach Essen ist, ihr aber trotzdem irgendwas braucht. Und einen langen Strohhalm hätte ich auch gut gefunden, weil es irgendwann wirklich nicht mehr so einfach ist, den Kopf noch genug anzuheben, um zu trinken. Und vergesst natürlich die Kamera nicht, um die ersten Fotos vom Baby zu machen!
Davon abgesehen fand ich Johannas Tipps ganz hilfreich.
Und wann sollte die Tasche parat stehen? Dann, wenn es sich für euch richtig anfühlt. Wie gesagt, im Kreißsaal braucht ihr eh kaum etwas. Und alles andere kann der Partner euch ja noch bringen.

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Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 31 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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2 Kommentare

  1. Hi, super Tipps. Ein Gedanke zu den gebrauchten Babyklamotten: Ich hatte sehr kleine Kinder (Frühchens?) und musste daher neu kaufen, weil ich keine gebrauchten Sachen in meinem Bekanntenkreis hatte. Allerdings würde ich bei einem nächsten Kind nur noch gebrauchte Sachen leihen oder kaufen. Der Grund: Babyklamotten sind hundertmal gewaschen…da ist nix mehr von möglichen Chemiesachen bei Neukauf drin. Klar, klingt jetzt bisschen paranoid, aber jede Mutter hat ja einen Knall am Anfang…meiner war Bakterien…okay, es waren Mini-Kinder und eine Intensivstation mit Schläuchen kann einen schon bisschen mit Knall entlassen…

    • Stimmt! Das wird einem sogar von den Experten geraten. Auch hieß es, bei Neukäufen auf dunkle Farben zu verzichten, weil da mehr Chemie drin ist. Allerdings ist es ja auch schön, seinem Kind auch etwas Neues zu kaufen. Und ich hab den dunklen Matrosen-Pyjama dann auch nicht wieder zurück gebracht, sondern einfach zweimal gewaschen. 🙂

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