The Accidental Rock Star The Man behind the Mask
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Neu als VoD: The Accidental Rock Star

Manche Menschen machen eigentlich alles richtig: Sie bleiben bodenständig, erlernen einen ordentlichen Beruf und haben keine hochtrabenden Erwartungen an ihr Leben. Der Norweger Helge Risa ist nur ein wortkarger „Christen-Nerd“, der einfach nur Lehrer werden wollte. Aber irgendwie ist alles anders gekommen … und er wurde Rockstar wider Willen. Davon handelt die Dokumentation The Accidental Rock Star (Norwegisch mit englischen Untertiteln), die man sich bei Vimeo on Demand leihen kann.

Was macht man, wenn man eine Band gründen will, aber zu schlecht und uncool ist, um die richtigen Leute dafür zu finden? Man fragt diejenigen, die noch uncooler sind als man selbst. Ungefähr so lief es Ende der Neunziger als Janove Ottesen seinen Studienkollegen Helge Risa fragte, ob er nicht Orgel in seiner Band spielen wolle. Helge hatte nicht viele Freunde und freute sich über den sozialen Kontakt. Was sollte dabei schon schief gehen?
Fast zwanzig Jahre später ist Helge eine der bekanntesten und skurrilsten Persönlichkeiten des Landes. Janoves Band Kaizers Orchestra gewann bereits mit ihrem Debüt „Ompa til du dør“ 2001 den wichtigsten Musikpreis Norwegens und avancierte bis zur Bandpause 2013 zur größten norwegischen Rockband. Und der unscheinbare Helge? Musste sich nur eine Gasmaske aufsetzen, um zur Kultfigur der nordischen Rockmusik zu werden.
Wie konnte das alles nur passieren? Wer ist dieser Mann?

Rock Star by accident: Helge Risa
Regisseur Igor Devold und Produzent Ingvil Giske gehen in ihrer Dokumentation Den Tilfeldige Rockstjernen / The Accidental Rock Star dieser Frage nach und verbinden dabei Risas persönliche Biografie, Bandgeschichte und Kunst. Helge (der in diesen Tagen vierzig wird) gibt private Einblicke in sein Seelen- und Familienleben, seine Kollegen erzählen und man rauscht mit Sang und Klang durch fast zwanzig Jahre Bandgeschichte. Dabei werden Interviews gut gemischt mit Live-Mitschnitten, Backstage-Aufnahmen und extra eingespielten kleinen Filmchen ganz ihm düster-surrealistischen Kaizers-Stil. Eine Sahneschnitte für alle Fans und ein überaus willkommenes Zwischenspiel zur Überbrückung der (hoffentlich nicht ganz so) langen Bandpause.
Schade bei all der Mühe, die sich die Macher gegeben haben: Für Nicht-Fans ist die Dokumentation leider vollkommen uninteressant. Der Film baut auf grundlegendes Fan-Wissen auf und erspart sich große Erklärungen. Die Interviewten werden gar nicht erst vorgestellt, du musst schon alleine Gesichter und Namen zuordnen können – ja teilweise musst du sogar die Stimmen ohne Bild erkennen. Für mich kein Problem. Aber wer sich weniger auskennt, dem entgeht so eine tolle Doku über die beste Band der Welt. Das ist doch schade.

Filmfakten

Darsteller: Helge Risa, Janove Ottesen, Geir Zahl, Terje Winterstø Røthing, Rune Solheim, Øyvind Storesund
Regie: Igor Devold
Produktion: Ingvil Giske, Geir Bølstad,  Marta Habior
Drehbuch: Igor Devold
Lauftzeit: 88 Minuten

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 32 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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