Die Coopers
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Neu im Kino: Die Coopers

Wie steht ihr zu Disney? Ich bin da etwas zwiegespalten. Ich stehe Kinderfilmen grundsätzlich offen gegenüber und mag einige Pixar-Filme (Merida zum Beispiel) und als Disney 2003 die Fluch der Karibik-Reihe startete, war ich Feuer und Flamme. Allerdings reagiere ich leicht allergisch auf Kitsch, und wenn dann auch noch gesungen wird, nehme ich Reißaus … Mir graut es jetzt schon davor, wenn ich mal mit meinen Kindern Filme gucken muss. Zum Glück gibt es aber auch Familienfilme, an denen sich auch unromantische Erwachsene wie ich erfreuen können. Die Coopers zum Beispiel, der morgen (9. April 2015) im Kino erscheint.

Die Coopers PlakatAls ich die Einladung zur Pressevorführung von Die Coopers erhielt, zögerte ich zuerst. Ich sah mich nicht wirklich als Zielgruppe. Aber ich hatte Zeit, also warum nicht?
Hinter dem eher nichtssagenden deutschen Titel steckt eine lose Adaption des Kinderbuches „Alexander and the Terrible, Horrible, No Good, Very Bad Day“ von Ray Cruz aus dem Jahre 1972. Und so beginnt der Film auch: Der elfjährige Alexander (Ed Oxenbould) hat einen richtig miesen Tag, während seine Familie (u.a. Steve Carell und Jennifer Garner) anscheinend ständig Glück hat. Das ist einfach nicht fair! Grummelig wünscht der Spross sich, seine Eltern und Geschwister würden auch mal erleben, wie das so ist, wenn einfach alles schief läuft. Aber wie heißt es so schön? Pass auf, was du dir wünschst … Denn am nächsten Tag (Alexanders Geburtstag) scheint plötzlich die ganze Familie Cooper vom Pech verfolgt …
Disney Familienfilme stehen für Friede, Freude, Eierkuchen und harmlosen Slapstick. Das ist auch bei Die Coopers nicht anders. Papa Ben auf Jobsuche, Tochter Emily kurz vor ihrem großen Auftritt als Peter Pan oder Mama Kelly bei einem wichtigen Geschäftstermin: Die Coopers erleben einen relativ normalen Alltag gespickt mit einer Spur außergewöhnlichem Chaos. Der wird dabei zwar auf die Spitze getrieben, schafft aber den Spagat zwischen kindlichem Humor und süßer Alltäglichkeit, sodass man auch als Erwachsener nicht das Gefühl hat, sich fremdschämen zu müssen (wohingegen andere (vor allem deutsche) Produktionen gerne quälend ausarten). Der Punkt geht dabei sicherlich auch an Steve Carell, der sich als Komiker gekonnt von Hollywood-Blockbuster (Crazy Stupid Love) zu Indie (Little Miss Sunshine) hangeln kann und immer sympathisch bleibt – ja, dieses Jahr mit Foxcatcher sogar für einen Oscar nominiert worden ist. Und natürlich an Jennifer Garner, Mama von drei Kindern, die für die Rolle der Disney-Übermutti wie geschaffen ist.
So ist Die Coopers eine nette Unterhaltung, die man sich mit seinen Kindern ohne Bauchschmerzen gerne ansehen kann. Und auch wenn die Moral am Ende etwas banal dasteht (jeder hat mal einen schlechten Tag und auch Eltern sind nicht perfekt) … sie haben ja auch recht, oder?

Filmfakten

Darsteller: Steve Carell, Jennifer Garner, Ed Oxenbould
Regie: Miguel Arteta
Produktion:  Shawn Levy, Dan Levine, Lisa Henson
Drehbuch: Rob Lieber
Kamera: Terry Stacey
Lauftzeit: 81 Minuten
FSK: ab 0 Jahren

Fotos: ©2014 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 32 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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