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Neu im Kino: Die Karte meiner Träume

Kleine Jungen, die auf Reisen gehen, sind spätestens seit „Huckleberry Finn“ beliebte Protagonisten in der Literatur. Einer davon ist T.S. Spivet. Und seinen Roadtrip könnt ihr in Die Karte meiner Träume aktuell im Kino sehen.

Neu im Kino: Die Karte meiner TräumeMontana. Unendliche Weiten. Auf einer hübschen kleinen Farm, irgendwo in der Prärie wohnt die Familie Spivet. Der Vater: ein wortkarger Cowboy (Callum Keith Rennie). Die Mutter: eine gebildete Insektensammlerin (Helena Bonham Carter). Die Tochter: nach eigenen Wünschen künftige Schönheitskönigin und Schauspielerin (Niamh Wilson). Und dann gibt’s noch die Zwillinge – Draufgänger Layton (Jakob Davies), der die Muskeln geerbet hat, und T.S. (Kyle Catlett), der Forscher. Und T.S. ist etwas Geniales gelungen: Er hat ein Perpetuum mobile erfunden, was eigentlich als unmöglich galt. Dafür soll ihm der renommierte Baird-Preis vom Smithonian in Washington DC verliehen werden. Wow! Da gibt’s nur zwei kleine Probleme: 1. Die Leute vom Smithonian wissen nicht, dass T.S. erst zehn Jahre alt ist. 2. T.S. möchte seine Eltern nicht bitten, ihn nach Washington DC zu fahren. Also macht er sich alleine auf den weiten Weg …
Ein kleiner Junge auf Reisen ist seit „Huckleberry Finn“ ein alter Hut, daher reizt mich nachwievor die Romanvorlage „The Selected Works of T.S. Spivet“ von Reif Larsen eher wenig. Zum Glück wurde für Die Karte meiner Träume (ein wirklich dämlicher deutscher Titel, denn es gibt überhaupt keine Karte (zumindest nicht im Film)) ein Regisseur gefunden, der sich mit stillen Helden auskennt: Jean-Pierre Jeunet hat schon mit Die fabelhafte Welt der Amélie ein wunderschönes Märchen der kleinen Töne geschaffen und es gelingt ihm hier wieder (wenn auch nicht ganz so herausragend). Die Karte meiner Träume besticht nicht nur mit der skurril-liebenswerten Familie Spivet, sondern vor allem durch wunderschöne Bilder und hübsche Fantasie-Sequenzen. Ein hübsches kleines Abenteuer, bei dem einige Tränchen fließen, das einem am Ende aber mit einem guten Gefühl zurücklässt.

Filmfakten:

Darsteller: Kyle Catlett, Helena Bonham Carter, Callum Keith Rennie, Niamh Wilson, Jakob Davies
Regie: Jean-Pierre Jeunet
Produktion: Lianne Halfon, John Malkovich, Russell Smith
Drehbuch: Jean-Pierre Jeunet, Reif Larsen, Guillaume Laurant
Laufzeit: 105 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 31 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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