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Neu im Kino: Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück

Mit Romanverfilmungen ist das ja immer so eine Sache: Viele sind furchtbar, manche sind ganz okay, die wenigsten wirklich überragend. In diesem Fall handelt es sich um eine Adaption vom großen Bestseller „Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück“ von François Lelord. Ich habe das Buch allerdings nur gelesen, weil ich den Film sehen wollte. Und den Film wollte ich nur wegen dem Hauptdarsteller sehen. Manchmal darf man so oberflächlich sein. In diesem Fall lohnt es sich. Der Film ist nett. Dank dem Hauptdarsteller.

Simon Pegg Neu im Kino: Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück

Ursprünglich war Hector mal Franzose. Jetzt ist er eben Engländer. Auch egal. Gespielt wird er vom Komiker Simon Pegg (und Simon Pegg ist einfach der Beste >klick). Hector ist Psychiater. Er gibt nicht besonders viele Tipps, aber er kann seinen Patienten (ähm, Veronica Ferres?!) gut zuhören. Außerdem führt er ein zufriedenes, ordentliches Leben mit der bezaubernden Rosamund Pike (bekannt aus Stolz und Vorurteil … uhhh, Gary King landet doch  noch bei seiner Flamme Sam … oh sorry, falscher Film!). Doch eines Tages bekommt Hector eine Sinnkrise. Ist er eigentlich glücklich? Kann er seine Patienten glücklich machen? Was ist Glück überhaupt? Er beschließt, eine Reise zu machen. Er fährt nach China, wo er mit Stellan Skarsgård einen draufmacht und eine wunderschöne Chinesin trifft. Er reist nach Afrika, wo er in einem Krankenhaus aushilft und auf einen Drogenbaron in Form von Jean Reno trifft. Und nach Amerika, um seine große Liebe Toni Collette und einen berühmten Glücksforscher (Christopher Plummer) zu besuchen. Dann ist Hector ein wenig schlauer als vorher.
Sicherlich kann man sowohl Buch als auch Film vorwerfen, dass die Geschichte platt, klischeehaft und oberflächlich ist. Tiefe philosophische Studien sind es jedenfalls nicht. Dem Film muss man allerdings zugute halten, dass ein Mann auf Weltreise ein sehr dankbarer Stoff ist, der sich farbenfroh und herzerwärmend erzählen lässt. Daher hält sich die Adaption auch weitestgehend nah an der Romanvorlage.
Und vor allem darf man Simon Pegg 120 Minuten lange dabei zusehen, wie er sympathisch und lustig ist. Und das allein ist mir die sechs Euro fürs Kino wert. Er beweist einfach mal wieder, dass Charme und Witz hundertmal attraktiver ist als Mr. Universe (allerdings ist die deutsche Synchronstimme lahm). Vielleicht ist das ein oberflächlicher Grund, sich Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück anzusehen. Aber es ist ein Grund.
Und davon mal abgesehen: Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück lässt einen einen Moment lang inne halten und sich fragen, ob man selbst eigentlich genug für sein Glück tut. Und das sollte man sowieso immer mal wieder tun.

Filmfakten:

Darsteller: Simon Pegg, Rosamund Pike, Stellan Skarsgård, Toni Collette, Christopher Plummer
Regie: Peter Chelsom
Produktion: Klaus Dohle, Trish Dolman, Christine Haebler, Phil Hunt, Compton Ross, Judy Tossell
Drehbuch: Peter Chelsom, Tinker Lindsay, Maria von Heland
Lauftzeit: 120 Minuten
FSK: 12

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 31 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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6 Kommentare

  1. ich habe das buch mal von einer freundin empfohlen bekommen… in komplizierten zeiten, als nichts einfach schien und der weg ganz ungewiss war.
    obwohl ich kein fan von kalendersprüchen und ratgeberliteratur bin, hat es mir doch gefallen.

    und genau das inne halten, das du beschreibst… das kurz in sich gehen, das grübeln, hat mir damals gut getan.
    vielleicht sollte ich die woche auch mal ins kino gehen….
    danke für die empfehlung!

  2. Hi Larissa.

    Ich finde Romanverfilmungen immer spannend. Es gibt gute Filme über gute Romane (Revolutionary Road), es gibt gute Filme über schlechte Romane (the painted veil), es gibt schlechte Filme über gute Romane (Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins) und es gibt schlechte Filme über schlechte Romane ( fällt mir jetzt grad keine für diese unterste Kategorie ein, so auf die Schnelle). Der Hektor ist so an mir vorbeigeflogen, als Film und als Buch. Ich bin nicht so für die große Sinnsuchen zu haben. Danke für deine Kinoeindrücke. Wenn man nur einmal für eine lange Zeit ins Kino kommt, wie ich wahrscheinlich diesen Donnerstag, welchen Film sollte man sich da ansehen?

    • Stimmt, manchmal ist der Film besser als das Buch – „Populärkultur från Vitula“ zum Beispiel. Schlechte Filme über schlechte Bücher: „Twilight“. Obwohl Film 2 schon wieder lustig war. 😉
      In welches Kino gehst du denn? Der Hector ist schon recht nett, da kann man nicht so viel falsch machen. Ansonsten startet am Donnerstag „Can a song save your life“. Den möchte ich sehr gerne sehen. „Guardians of the Galaxy“ startet jetzt wohl auch, aber dafür bekommst du bei der Premiere sicher keine Karten.

      • Das mit Twilight hat jemand hier auch gesagt….aber das stimmt so nicht. Ich habe twilight gelesen, noch bevor es so echt der Wahnsinn mit den Vampiren hier wurde. Und es war echt spannend…und schockierend, was kleine Mädchen heutzutage für Träume haben. Ein retro-Glück ohne vintage-look. Grausig und dennoch ist es ein Phänomen geworden. Twilight OV zu sehen ging auch noch…dann ging es rapide bergab, mit mir, mit twilight, mit allen Vampiren…. aber ein solcher Erfolg! Ich saß in einem Hotel am Rand von Paris und kam mit einer australischen Familie ins Gespräch. Die Teenager-mädchen nippten gelangweilt an ihrer Fanta und folgten unseren Gespräch halb. Dann wandte ich mich an sie und sagte:Twilight? und ein Schwall an Gesprächsstoff folgte….alle Triologien, Dystopien, Spotttölpeln einer Generation..fingen doch irgendwie mit Twilight an. Davor gab es das auch…die Generation davor halt. Wie spannend, was jetzt spannend ist. Wie Wahnsinn, dass es jeder kennt.

        Aber zurück zu Thema: Cinema, Royal Filmpalast und am liebsten würde ich ja in den Westpark zum Sonne, Mond und Sterne, aber …(bibber).

        • Der erste „Twilight“ war schon spannend, aber er war auch ziemlich schlecht geschrieben. 😉 Und ab da an wurde es immer absurder und ereignisloser: „Wir töten euch!“ – „Nein, wir töten EUCH!“ – „Ach, wisst ihr, was? Lasst uns einfach nach Hause gehen.“ – „Okay.“ :p Mal ganz von der hyperchristlichen Moral abgesehen, dass man Frauen am besten zu Hause einsperrt, wo sie sich dann nur noch um die Kinder kümmern sollen. Nicht gerade pädagogisch wertvoll für junge Mädchen, die dann jeden gewaltätigen Liebhaber mit „ach, aber das ist doch so romantisch!“ akzeptieren.
          Thema Kino: „Lucy“ soll auch gut sein. Im Kino, Mond & Sterne war ich letzte Woche zweimal. Es war kalt, aber es ging. Man kann sich da ja auch Kissen und Decken leihen. 🙂 Morgen läuft „Die Karte meiner Träume“, der hat mir ganz gut gefallen.

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