Into the Woods
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Neu im Kino: Into the Woods

„Into the woods! Into the woods! Into the woods!“ Und jetzt noch einmal alle: „Into the woods! Into the woods! Into the woooooooods!“ Wer sich den neuen Disney-Blockbuster Into the Woods (Kinostart: 19. Februar 2015) ansieht, wird um diesen Ohrwurm nicht herum kommen. Für wen sich ein Kinoticket lohnt, erfahrt ihr hier.

Vampire sind out. Der neue Hype sind Märchen-Realverfilmungen. Nicholas Hoult hat bereits in Jack and the Giants gegen Riesen gekämpft, letzten Jahr litten wir mit (oder eher: wegen) Angelina Jolie in Maleficent (> klick), Cinderella steht schon in den Startlöchern, Léa Seydoux und Vincent Cassel waren schon Die Schöne und das Biest, und Emma Watson wird demnächst auch noch mal in die Rolle der Belle schlüpfen. So viel Aufmerksamkeit haben die Gebrüder Grimm und Kollegen schon länger nicht bekommen.

Into the Woods Chris Pine Anna Kendrick
Nun, Disney investiert offensichtlich mit Freude in viele neue Filme in diesem Genre. Aber zwischendurch machen sie es sich auch mal einfach: Und stecken in Into the Woods einfach mal vier Märchen in eine Geschichte. Denn hier leben sie alle in einem kleinen Dorf am Waldrand: Ein Bäcker (James Corden) und seine Frau (die wunderbare Emily Blunt), die sich sehnlichst ein Kind wünschen. Aschenputtel (oder auch Cinerella, die süße Anna Kendrick), das kleine Rotkäppchen (super gespielt: Lilla Crawford) auf dem Weg zur Oma und Hans/Jack (Daniel Huttlestone), dessen bester Freund eine milchfaule Kuh ist und der später aus Versehen ein paar Bohnenranken im Garten stehen haben wird. (Fehlt euch noch ein Märchen? Das dürft ihr beim Gucken selbst entdecken!) Und natürlich darf auch die Hexe (Meryl Streep) nicht fehlen, die dem Bäcker und seiner Frau eröffnet, dass sie verflucht sind und nur drei Nächte Zeit haben, um alle nötigen Utensilien zusammen zu bekommen, um einen Gegentrank zu brauen. Und so ziehen sie alle los in den Wald: Rotkäppchen zur Oma, Cinderella zum Schloss des schönen Prinzen (Chris Pine, den ich eigentlich nicht besonders mag), Jack, um seine Kuh zu verkaufen, und der Bäcker, um seine Zutaten zu beschaffen.
So spazieren sie alle hin und her durch besagte Wälder, rennen hier hin, rennen dort hin, tanzen und singen. Ja, singen. Denn Into the Woods basiert auf dem gleichnamigen Broadway-Musical und versucht auch in der Kinoversion nicht, etwas anderes zu sein: Gerade in der ersten Hälfte des Films gibt es nahezu keine Dialoge, sondern nur Musik in alter Disney-Manier. Da trällern sie minutenlang „Into the woods, into the woods“ oder das Rotkäppchen liefert sich ein Duell mit dem Wolf (super, wenn auch sehr kurz: Johnny Depp). Wem Disney-Gesang in der Superlative schnell zu viel wird, der sollte seine Finger von Into the Woods lassen. Wer stärkere Nerven hat, für den lohnt sich der Soundtrack durchaus, zumal alle Darsteller nicht nur tolle Schauspieler, sondern auch prima Sänger sind.
Aber auch diejenigen, die große Disney-Fans sind, sollten noch einen Augenblick zögern, bevor sie begeistert Kinotickets vorbestellen. Denn Into the Woods versucht sich an einem Spagat zwischen Klassik und Parodie. Dies kann je nach Zuschauerbefinden durchaus funktionieren, wenn man sich darauf einlässt, denn der Film ist nicht nur kitschig, sondern auch lustig. Gleichzeitig läuft Into the Woods aber auch Gefahr gleich zwei große Zielgruppen zu verprellen: Wer auf Parodie steht, den wird der Gesang schnell in den Wahnsinn treiben. Wer auf Kitsch steht, dem stößt die Parodie möglicherweise sauer auf.

Into the Woods James Corden Emily Blunt Meryl Streep
Into the Woods tritt mit Staraufgebot auf und bekam dafür bereits im Vorfeld viel Aufmerksamkeit: Große Namen, große Kompositionen und großes Kostümdesign – aber lohnt sich das alles am Ende? Für mich war Into the Woods unterhaltend, aber auch ein wenig halbgar. Die Musik ging mir relativ schnell auf die Nerven, auch wenn mir das ein oder andere Lied gefallen hat. Das Kostüm- und Setdesign ist beachtlich, denoch kam es mir gerade im Fall Meryl Streep so vor, als könnte man deutlich die Ränger der Maske sehen. Und zu den Darstellern? Sind alle klasse. Meryl Streep wurde für ihre Rolle sogar für einen Oscar nominiert. Auf der anderen Seite … Meryl Streep wird eigentlich für alles für einen Oscar nominiert …

Guckt euch den Film selbst an und verratet mir, wie er euch gefallen hat!

Filmfakten

Darsteller: Meryl Streep, Emily Blunt, Anna Kendrick, James Corden, Chris Pine
Regie: Rob Marshall
Produktion: Rob Marshall, John De Luca, Marc Platt, Callum McDougall
Drehbuch: James Lapine
Lauftzeit: 124 Minuten
FSK: noch nicht bewertet

Fotos: © 2014 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 32 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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