No Robots testet Maxdome

No Robots testet Maxdome

Letzten Monat habe ich ja bereits Netflix getestet und war nicht vollkommen zufrieden. Also habe ich mir diesen Monat die Konkurrenz angeguckt. Und musste leider sehr schnell feststellen: Maxdome sucks.

Die Anmeldung

Registrierungen laufen heute wohl überall gleich ab. Auch bei Maxdome ist man ziemlich schnell fertig: Man gibt seine Daten ein und das war’s. Wie bei den anderen Streaming-Portalen darf man auch Maxdome im ersten Monat kostenlos benutzen. Danach kostet das Paket 7,99 Euro, inklusive HD, und ist damit ein wenig günstiger als Netflix, die drei gestaffelte Pakete haben. Wie auch der Konkurrent gibt Maxdome schon bei der Anmeldung an, wie lange der kostenfreie Monat läuft und ab wann das Abo kostenpflichtig wird. Allerdings muss man hier immer zwei Wochen vor Fristende kündigen, hat also nur 14 Tage Zeit, um sich zu entscheiden. Das war bei Netflix flexibler. Macht aber eigentlich auch nichts. Mir war schon am zweiten Tag klar, dass ich für Maxdome kein Geld ausgeben werde.

Maxdome
Screenshot: Maxdome.de

Los geht’s

Anmelden und schon ist man drin. Genauso einfach geht es auf der Playstation: Einfach die App runterladen und schon kann man streamen. Bei Netflix musste ich zu Beginn erstmal jede Menge Filme bewerten, damit sie mir ein persönliches Profil anlegen konnten. Das fällt hier weg, es geht also etwas schneller. Dafür gibt es auch kein persönliches Profil. Vor allem nicht mehrere Profile, wie zum Beispiel für den Nachwuchs mit Kindersicherung, so wie man es bei Netflix anlegen konnte. Und das rächt sich schnell. Dann lieber ein paar Minuten Zeit nehmen, um Filme zu bewerten. Mehr dazu später …

Die Auswahl

Auf den ersten Blick: WOW! Maxdome hat von allen Streaming-Portalen definitiv die größte Auswahl. Ich gucke als Erstes nach den Serien: New Girl ist vollständig vorhanden, ebenso How I Met Your Mother und Lost und nicht nur in Bruchstücken so wie bei Netflix. Außerdem gibt es viele viele Filme, teileweise Streifen, die gerade erst im Kino liefen.
Doch das böse Erwachen kommt schnell. Maxdome bietet nämlich nicht nur Streaming-Pakete an, sondern auch die Möglichkeit, Filme zu leihen oder sogar zu kaufen. Heißt aber auch: Die richtig guten Sachen gibt es nur gegen Extra-Bezahlung. Immerhin kann ich jetzt meine Serien weitergucken …

Die Bedienung

Übersichtlich wirkt Maxdome nur auf den ersten Blick. Es zeigt einen tolle Vorschläge, aber die tollen Sachen sind, wie gesagt, meistens gegen Extragebühr. Es gibt keine persönlichen Empfehlungen anhand deiner Bewertungen und auch nicht nach Genre. Jedenfalls nicht über die Playstation-App, die Desktop-Version scheint besser zu sein. Ich gucke aber grundsätzlich lieber über den Fernseher Filme als über den Laptop. Daher bringt mir das gar nichts. Nach einigem Suchen habe ich immerhin zwei oder drei Filme gefunden, die ich gerne sehen möchte und sie in meinem Merkzettel gepinnt. Aber das Suchen ist wirklich mühselig. Zwar kann man Filme direkt suchen und auch Schauspieler, aber das funktioniert nur mäßig. Suche ich nach Simon Pegg, werden mir unter anderem mindestens zwanzig Folgen The Big Bang Theory angezeigt, wo Pegg nie mitgespielt hat. Außerdem kann ich die Serie nicht leiden.
Gut, New Girl ist unter den Serien-Empfehlungen, also starte ich damit. Hier fällt mir zuerst auf, dass Serien von hinten nach vorne geordnet sind. Das heißt: neueste Staffel, neueste Folge zuerst. Da ich erst am Anfang der zweiten Staffel bin, muss ich mich erstmal durchklicken und dabei die Augen zumachen, um mich nicht irgendwo gespoilert zu werden. Und dann geht das Klicken weiter … Hat man die richtige Folge gefunden, muss man verschiedene Optionen auswählen, bis man endlich starten kann. „Im Paket leihen“ (wobei man aufpassen muss, dass man die Folge nicht aus Versehen kauft, der Knopf ist nämlich gleich daneben), HD oder SD, Deutsch oder Englisch. Bis dahin bin ich schon genervt. Immerhin gibt es Orginalton, im Gegensatz zu Amazon Prime. Aber das sollte auch einfach Standard sein. Immerhin: Wenn die Folge einmal läuft, dann kann man sie ebenso bequem mit der Fernbedienung steuern wie eine DVD. Das konnte man bei Netflix aber auch.
Am Ende der Folge soll man das Gesehene bewerten (wofür eigentlich?) und kann sich zur nächsten Folge klicken. Immerhin das. Wenn man allerdings zu einem späteren Zeitpunkt weitergucken will, geht das Gesuche wieder von vorne los. Netflix hat gespeichert, was man zuletzt gesehen hat und man konnte mit wenigen Klicks zur nächsten Folge kommen. Bei Maxdome muss man jedes Mal das gleiche Prozedere durchmachen.
Aber das ist nicht das Schlimmste.
Das Allerschlimmste ist die Technik. Selbst 20-Minuten-Folgen wie New Girl haken ständig oder brechen sogar ganz ab, wobei man mühselig die Folge neu starten muss (wenn man Glück hat kann man immerhin zu der Stelle springen, an der der Stream abgebrochen wurde). Und das passiert nicht nur ab und zu, sondern ständig! Teilweise passiert mir das gute sechs-, siebenmal in zwanzig Minuten. Und es kann nicht an meiner Verbindung liegen, denn Netflix funktionierte einwandfrei. Auch brachte ein Wechsel von HD auf SD keine Verbesserung.
So wird aus einem entspannten Fernsehabend schnell eine Nervenprobe.

Fazit

Maxdome ist nur auf den ersten Blick attraktiv. Auf den zweiten ist es nicht nur mehr als mau, sondern auch noch nervtötend. Dafür gebe ich kein Geld aus. Aber erstmal muss ich das Paket irgendwie wieder kündigen. Das geht nämlich nicht mal eben per Klick, oh nein, dafür muss man extra bei der Hotline anrufen! Ernsthaft jetzt?? Da warte ich lieber, bis Netflix mehr Lizenzen hat. Oder ich verzichte auf ganz aufs Fernsehen.

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 33 Jahre alt und lebt mit Mann und zwei Kindern in München.

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