Netflix

No Robots testet: Netflix

Die Zukunft des Fernsehens oder kurzweiliger Hype? Ich habe mir Netflix mal genauer angesehen.

Wie ich euch neulich bereits ausbreitete, bin ich kein großer Freund davon, mir Waren gratis anzueignen (> klick). Nun bin ich aber ein großer Cineast. Und das ist ein Problem. Ich kann leider nicht jeden Abend ins Kino gehen, das Fernsehen gibt nichts her, Videotheken gibt es kaum noch, das Angebot der Bücherei habe ich schon durch und illegale Streaming-Seiten kommen nicht in Frage. Legales Streaming könnte die Rettung sein. Allerdings ist die Auswahl der meisten Anbieter eher mies. Doch nun ist die Rettung da! Seit einigen Wochen ist Netflix auf dem deutschen Markt verfügbar. Aber … lohnt sich das?

Die Anmeldung

Die Anmeldung bei Netflix ist ein wenig wie eine Wundertüte: Man weiß nicht so genau, was einen erwartet, weil man von „außen“ keine Einsicht in das Angebot hat. Dafür ist der erste Monat gratis: Man kann die Seite also ganz risikofrei testen. Die Anmeldung verläuft dabei auch schnell und easy. Dabei hat man die Auswahl zwischen drei Streaming-Modulen: die Basisversion für ein Gerät ohne HD für 7,99 Euro/Monat, die HD-Version für zwei Geräte für 8,99 Euro/Monat und die Deluxe-Version für vier Geräte und bester Bildqualität für 11,99 Euro/Monat. Alle Abos stehen im Gratismonat zur Verfügung und lassen sich jederzeit wechseln. Nach vier Wochen geht der Gratismonat automatisch in das kostenpflichtige Abo über – sollte man nicht kündigen. Dafür muss man nicht das Kleingedruckte lesen: Netflix weist mehrfach ausdrücklich darauf hin und sagt noch dazu explizit, bis wann man kostenlos streamt. Mir gefällt diese Transparenz.
Schwupps – angemeldet und jetzt kann es losgehen.

Netflix
Screenshot: Netflix.de

Das Angebot

Wow! So viele bunte Bilder! Erstmal möchte Netflix von mir wissen, was ich mag, damit es mich individuell beraten kann. Und schon bin ich im Angebot und das sieht auf den ersten Blick umfassender aus, als ich es erwartet hatte. Natürlich preist Netflix seine eigenen Serienproduktionen wie House of Cards und Orange is the new Black an. Daneben gibt es Serien wie Sherlock oder The Big Bang Theory und viele Filme von Indie bis Mainstream.
Aber ich möchte es genauer wissen und prüfe die Auswahl auf Herz und Nieren. Ich möchte Lost sehen, möchte endlich Silver Linings gucken und außerdem gibt’s da noch diesen ganz kleinen Indie-Film namens Wristcutters, den ich vor einigen Jahren so toll fand … Nichts davon kann ich finden. Ich bin enttäuscht.
Zwar gibt es doch recht viele Filme auf Netflix … die teilen sich aber in zwei Hälften zu „hab ich schon gesehen“ und „interessiert mich nicht“ auf. Ähnlich sieht es mit den Serien aus: Sherlock – yeah! Ich habe mir aber bereits alle Staffeln auf iTunes gekauft. The Big Bang Theory? Urgs. Lahm! Ich fange an, New Girl zu gucken, aber leider ist nach zwei von eigentlich vier Staffeln Schluss. Unsere heimliche Lieblingsserie Top Gear gibt es in den Staffeln … ähm … 9, 10 und … äh … 17, 18, 19. Well … Die Eigenproduktionen habe ich mir bisher noch nicht angesehen. Man hört viel Gutes, aber so richtig groß reizen sie mich nicht. Vor allem: Dafür 7,99 Euro/Monat? Eher nicht.

Netflix auf anderen Geräten

Okay, aber gehen wir mal zurück zur Technik. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich gucke nicht gerne über den Laptop fern. Zum Glück ist Netflix da sehr flexibel. Streaming über Smart-TV fällt bei mir flach, weil mir der passende USB-W-Lan-Stick für Samsung fehlt. Also ran an die Playstation. Die Einrichtung hat bei mir eine Weile gedauert und hätte bei mir fast einen abendlichen Heulkrampf ausgelöst: Ihr braucht einen Playstation-Network-Account, um Netflix nutzen zu können. Wir hatten bisher keinen – war in drei Jahren Playstation-Nutzung nie von Nöten. Allerdings hat ein Freund sich mal über unser Profil in seinen Account eingeloggt. Unser Hauptprofil ist damit für das PSN futsch. Tipp: Meldet euch nicht über den Laptop im PSN an, sondern direkt über die Playstation … sonst müsst ihr nämlich alles zweimal eingeben! Aber am Ende war ich endlich drin und konnte Netflix nutzen.
Und das ist … super! Über die Playstion-App habt ihr grundsätzlich das gleiche Dashboard wie über den Rechner. Dazu könnt ihr Filme ganz einfach mit der Fernbedienung starten, pausieren, stoppen oder auch die Sprach- und Untertitel-Einstellungen ändern. Während iTunes super nervt, weil ich immer den Laptop an den Fernseher anschließen muss und dann keine Fernbedienung habe, läuft Netflix über die Playstation wie eine DVD – mit wenigen Klicks bin ich im OT- oder OmU-Modus. Tipp: Wenn ihr eine Playstation habt und gerne Filme schaut (falls ihr es nicht wisst: Die Playstation hat einen Blu-ray-Player.), dann besorgt euch unbedingt die PS-Fernbedienung! Macht das Leben um einiges leichter.

Fazit

Ich bin zwiegespalten. Einerseits ist es sehr angenehm, nach Feierabend nicht sinnlos durch das miese Fernsehprogramm zu zappen. Andererseits ist das Angebot von Netflix für Nutzer, die viele Filme oder Serien schauen, eher mau und man ist relativ schnell am Ende seines Interesses. Das Gute ist, dass man Netflix problemlos monatlich buchen kann oder eben nicht. Ich habe meinen Account mit Ende des Probemonats gekündigt, da ich über die Weihnachtszeit sicher wenig fernsehen werde. Und im Januar logge ich mich dann einfach wieder neu ein – Netflix speichert die Kundendaten für ein Jahr (in diesem Fall äußerst praktisch). Und vielleicht gibt es bis dahin auch die dritte Staffel New Girl

Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 32 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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