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No Robots spielt Die Sims 4

Ich wusste schon, dass ich dieses Spiel lieben würde, als ich 1999 das erste Mal davon gelesen habe. 14-Jährig verbrachte ich meine PC-Zeit nämlich am liebsten mit Sim City und wünschte mir immer, man würde auch ein wenig mehr über die Menschen der virtuellen Stadt erfahren. Dann erschien Die Sims, und ich war entzückt. Nunmehr 14 Jahre später ist am Donnerstag nun Die Sims 4 auf den Markt gekommen. Und ich musste es natürlich gleich ausprobieren. Ob sich die neueste Version lohnt? Hm, ich bin mir noch nicht sicher.

Let’s get started

Bevor man spielen kann, muss man – natürlich – das Spiel installieren. Dafür muss man sich bei Origin anmelden. Das war ich sicherlich schon für Die Sims 3 – aber ehrlich, denken die wirklich, ich wüsste meine Zugangsdaten noch? Das Anmelden ist verwirrend, weil sie statt „Username“ eine „Origin-ID“ haben wollen, aber wenn man diese Hürde hinter sich bringt, dann läuft alles easy. Super easy! Denn – oh Wunder! – das Spiel startet ultra-zackig. Bei Die Sims 3 musste ich ungelogen eine gute halbe Stunde warten, bis mein Spiel gestartet ist (und ebensolange, um es zu speichern und zu beenden). Hier läuft alles innerhalb von Sekunden. Bravo!

Die Sims 4

(Da macht EA so viel Aufsehens darum, dass man seine Kreationen teilen soll und dann kann ich nicht mal einen Screenshot von meinem Sim-Ich zeigen!)

Being Sim

Um spielen zu können braucht man natürlich mindestens einen Sim. Und das Sim-Ersteller-Tool ist wohl die größte Neuerung in Die Sims 4*. Statt Regler kann man jetzt an Nasen  und Ohren ziehen und zerren und sie damit so anpassen, wie man es mag. Ich finde das gar nicht so einfach und war relativ schnell ziemlich verwirrt über all die Möglichkeiten, irgendwo draufklicken zu können. Wenn man sich dran gewöhnt, ist es vermutlich ganz cool, aber für den Anfang ist es ziemlich schwierig. Es gibt jetzt auch mehr Frisuren, so kommt es mir zumindest vor, allerdings sehen gerade die Männerfrisuren ein bisschen wie Playmobil-Helme aus – oder sie sind für Teenie-Styler. Bin ich mittlerweile aus der Zielgruppe rausgewachsen? Auswahl für Kleidung gibt es auch genug und im Gegensatz zu Die Sims 3 scheinen die Klamotten auch ein bisschen modischer sein. Doch schon hier fällt  mir ein ganz großes Manko auf: Man hat kaum noch Möglichkeiten zur Farbwahl! Bei jedem Kleidungsstück kann man zwar zwischen einer Handvoll Versionen wählen, aber das war’s dann auch schon. Noch schlimmer ist es bei Augen-, Haar- und Hautfarbe: Dort gibt es ebenfalls gerade mal ein gutes Dutzend Farben zur Auswahl. Meine dunkelblauen Augen? Leider nicht existent! Dabei hatte man bei Die Sims 3 doch schon einen kompletten Farbkreis plus Feld für den Web-Farbcode, um alles nach seinen Wünschen anzupassen!

New in Sim Town

Okay, gut, dann mal rein in die gute Stube. In Die Sims 4* hat man zwei Spielewelten zur Auswahl, die auch miteinander verknüpft sind. Man kann also in beiden Städten gleichzeitig spielen. Das finde ich cool. Allerdings sind beide Städe an sich ziemlich klein und sehr kindlich konstruiert. Ein weiterer Nachteil zu Die Sims 3, wo es schon eine ziemlich komplexe Welt gab. Man kann zwar weiterhin wild durch die Gegend laufen, aber die Steuerung fällt mir ein wenig schwer. Ach ja – Autos oder Fahrräder gibt es auch keine mehr. Man reist direkt von A nach B. Hat aber auch seine Vorteile, weil das ewige Rumgefahre im letzten Teil schon ein wenig genervt hat. Schwimmbäder oder Einkaufsmöglichkeiten gibt es keine mehr, dafür eine Lounge zum Abhängen und natürlich den obligatorischen Park.
Im eigenen Heim hat sich nach meinem bisherigen Eindruck nicht allzu viel geändert. Nur auch hier wieder: Bei Möbeln, Tapeten und Böden hat man nur eine mickrige Auswahl an Farbvariationen – ziemlich armselig, wenn man bedenkt, dass man im letzten Spiel schon schier unendliche Möglichkeiten an Farben und Mustern hatte!

Hello, who are you?

Für Hausbauer ist Die Sims 4* also ein klarer Loser im Vergleich zum Vorgänger. Aber wie steht es für die Social-Spieler? Ins Nachbarhaus habe ich Sherlock Holmes und John Watson mit Familie einziehen lassen. Ich spiele immer lieber mit selbst-kreierten Nachbarn und bin sehr froh, dass diese Möglichkeit weiter besteht. Also, gleich mal rüber und Hallo sagen.
Sherlock ist anfangs etwas grantelig, dass ich ihn in seiner Ruhe störe, doch bald schon sind wir Freunde geworden. Und hier haben wir die große Neuerung, die Die Sims 4* endlich vom Vorgänger abhebt: EA hat auf die Charaktere gesetzt und alles in die Entwicklung von deren Intelligenz und Entwicklung investiert. Schon beim Figuren-Ersteller darf man sich Charakterzüge aussuchen, die dann auch tatsächlich ins Gewicht fallen – viel stärker als in Die Sims 3. Mein Sim möchte oft kreativ sein, wird traurig, wenn ihr etwas nicht passt und blüht richtig auf, wenn sie ein anregendes Gespräch findet. Dabei hat man weniger starre Gesprächsstrukturen wie früher, sondern die Themen passen sich der Stimmung an und nicht nur dem Beziehungsstatus. Außerdem lernt der Sim permanent dazu, nicht nur, wenn man bestimmte Fähigkeiten explizit fördert. Oh, und hat mein Sim-Ich da gerade einen neuen Charakterzug entwickelt? Das kann ja spannend werden! Mal gucken, wie sich meine Beziehung mit Mr Holmes noch so entwickelt. Und wenn der nicht anbeißt, dann gehe ich eben in die Bar und nehme einen Drink meinem anderen netten Sim-Herren … Die Dynastie muss ja schließlich fortgesetzt werden!

Fazit

Ich habe für die „Limited Edition“* 55 Euro bezahlt (sie war beim Vorbestellen billiger als die Basisversion). Lohnt sich das? Oder sollte man lieber bei Die Sims 3 bleiben? Nach fünf Jahren und unendlichen vielen Generationen war ich vom Vorgänger mittlerweile ziemlich gelangweilt, also bin ich schon froh über eine Neuerung. Außerdem gefallen mir die neuen Charaktere und ich bin gespannt, was sich da noch alles zu entdecken gibt.
Über die Welt bin ich dagegen ziemlich enttäuscht, weil tatsächlich ziemlich viel fehlt, an das ich mich schon gewöhnt habe. Ich vermute einfach mal, dass sie das Spiel irgendwo schlanker machen mussten, um diesen hervorragende Ladezeit hinzubekommen. Um die Charaktere zu entwickeln, musste dann die Spiel-Welt leiden. Einiges davon werde ich schon schmerzlich vermissen. Die Sims war eigentlich ein Spiel, das sich an alle Zielgruppen gerichtet hat. Hier kommt mir einiges zu kindlich vor, während andere Funktionen recht schwierig sind. Das finde ich ziemlich unausgewogen.
Oder sie sind zum Erscheinungstermin einfach nicht wirklich fertig geworden und all diese Spielelemente werden im Laufe der nächsten Zeit per Update hinzugefügt? In Die Sims 3 gab es auch sehr viele (kostenlose!) Neuerungen im Laufe der Jahre. Also hoffe ich einfach mal, dass diese Theorie stimmt.

Habt ihr euch auch gleich Die Sims 4 geholt? Wie zufrieden seid ihr damit?

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Larissa//No Robots Magazine

Larissa ist die Chefin des No Robots Magazines. Sie ist 31 Jahre alt und lebt mit Mann und Kind in München.

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6 Kommentare

  1. Ich habe früher auch gerne Sims „gesuchtelt“, jedoch habe ich es nie weiter wie bis Sims 2 geschafft. 😉
    Nach deinem Blogbeitrag würde es mich aber schon wieder reizen, ein neues Sims-Package auszuprobieren. Ich würde mich eher als „Social-Player“ einstufen, also mir hat es bei Sims 2 auch am meisten Spaß gemacht, ganze Sims-Generationen zu kreieren und eigene Familiendynastien zu entwickeln. Da wäre dann Sims 4 ideal. 🙂
    Aber braucht das Game nicht extrem viel Speicherplatz? Hast du einen eigenen „Spielecomputer“?

  2. Sims 2 habe ich bis zum Erbrechen gespielt. Sims 3 dann nicht mehr sooo viel. Es wurde mir zu viel, all die ganzen Dinge, die zusätzlich zum Zuhause dazukamen! In die Stadt gehen, in den Urlaub fahren, und hey, was heißt, die Sims werden nach einiger Zeit einfach Senioren und sterben dann, ich will doch noch perfektionieren?! 😉 Also ist Sims 4 vielleicht ja super, wenn die Welt wieder kleiner wird? Aber vermutlich wird mein oller Laptop das alles sowieso nicht mehr packen…

    Liebe Grüße
    Nele

  3. echt? Du spielst Sims? Ich habe dieses Spiel ungelogen noch nie in der Hand gehabt. Ich kann mir auch nicht wirklich was darunter vorstellen. Ist es eine Soap? Eine eingehen Fernsehserie? Interagiert man die ganze Zeit? Gibt es eine Geschichte, die man erfüllen muss? Ist es online? Mit anderen zusammen? Ich weiß, ich weiß, es ist eine der erfolgreichsten Spiele überhaupt, aber ich bin nicht wirklich ein Computerspieler, wobei ich schon gerne am computer spiele…ich hatte das letzte Mal vor Jahren eine Sucht mit Black & White, diesem Gottspiel. Ich hab grad gesurft, das muss echt eine gute Ecke her sein…pfff…

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